Freitag, 2. November 2007
Wie schlecht fühlt man sich da: alle Standby-LEDs in Europas Haushalt- und Bürogeräten verbrauchen so viel Strom wie das gesamte Land Ungarn in einem Jahr. Jetzt muss ich mich noch mehr rechtfertigen, wenn wir in den Urlaub fahren und der DVD-Recorder auf Stand-By bleibt und meine Mutter hebt beim nächsten Besuch auch wieder den Finger. Dafür konter ich dann wieder nach dem Urlaub auf die Frage "Wieso hat der Recorder denn die Sendung nicht aufgenommen?" mit dem Satz: "Weil du den Stecker gezogen hast." Natürlich ist Stand-By ein (keiner) Luxus, aber auf so ein Ergebnis stürzt sich jeder Abgeordnete und jeder Populist mit Eifer um Konsens und Stimmen zu erreichen, mit dem Ergebnis etwas für den Klimaschutz zu erreichen und dem guten Gefühl etwas getan zu haben - so kurz springt der Hase nun.
Ich möchte nicht bestreiten, das es sinnvoll wäre diesen Betriebsmodus stromsparender anzuzeigen, aber die Verhältnismäßigkeit kommt hier völlig unter die Räder - ganz abgesehen davon, dass die Erstellung dieses Berichtes sicher auch die Jahresenergie einer ganzen Stadt wie Berlin verbraten hat. Allein der Hunger nach größeren und geileren Bildern aus LCD und Plasma verbrät mehr und mehr Energie. Ganz zu schweigen von kompletten Fabriken welche gestern (2006) für die neuen LCDs aus dem Boden gestampft wurden und deren Produkte heute (2007) als Oldies auf dem Müll oder im Ramsch verschwinden, nur um den Produkten aus der neuerbauten Fabrik Platz zu machen. Ich gebe zu, diese Argumente sind bei weitem nicht so publikumswirksam wie die kleine rote Lampe welche schon lange für Gesprächsstoff im Zusammenleben sorgt.
Oder im kleinen: ich brauche wegen der im Stand-by laufenden Uhrzeit am DVD-Recorder keine zusätzliche Uhr im Wohnzimmer, die vielleicht noch Funkkontakt hat und X-Batterien im Jahr benötigt, allein diese Einsparung macht den Energiebearf sämtlicher stand-by LEDs in unserem Haushalt wett, so schlafe ich weiter gut
.
Damit die Ungarn hoffentlich auch morgen nicht im dunkeln sitzen, startet die Playliste heute mit einem Titel zum Thema "electric", überraschende Ähnlichkeiten samt erfrischendem Genre-Mix :-):
"Al di Meola / Electric Rendezvous" - eine der Referenzen der elektrischsten Musik überhaupt: Fusion, zwei der Saiten-Protagonisten der 70er deren Künststücke alle Gitarrenschüler drauf haben wollten
"Jeff Beck / Sophie" - seit den 60ern einer der elektrischsten Gitarristen überhaupt, hier im Einklang mit einem anderen Elektriker: Jan "Miami Vice Theme" Hammer himself am ekletischen wie elektrischen Moog
"Burt Bacharach / Promoses, promises" - wieviel Versprechen wird es noch geben, bevor die Elektrik dauerhaft effizienter wird ...
"Blood, Sweat & Tears / I can`t move no mountains" - warum Berge verschieben wenn man Häufchen tragen kann...
"David Bowie / Don´t let me down & down" - David hofft "I know there is something in the wind.."
"Brian Ferry / The ´in´ crowd" - Brian meint, egal, solange das Licht an ist, muss man nur "in" sein: "...show you a real good time .... I don´t care..."
"Cream / Crossroads" - dabei stehen wir nun wirklich am Scheideweg, so wie damals die erste echte Super-Group um Eric, Jack und Ginger
"A-ha / Living daylight" - Das Licht am Ende des Tunnels, dass wir hell erleuchtet auch morgen sauberen Strom sinnvoll verbrauchen (können)!
Zu hören das Ganze wie immer auf >>
dem Music Blok