Googles nächstes Standbein - Video Adsense

Freitag, 22. Februar 2008

Wie ich soeben im Adplace-Blog vernehmen konnte, hat sich Google ein weiteres Standbein im Bereich Werbevermarktung wachsen lassen, bzw. anoperiert. Video-Adsense nennt sich das ganze und konnte vor kurzem erfolgreich in die Beta-Phase starten.

Mit Hilfe dieser Technologie wird es ermöglicht Videos mit Werbung anzureichern., was natürlich enormes Potential in sich birgt. Allein auf Youtube werden täglich ca. 65.000 neue Videos veröffentlicht und über 100 Millionen Videos angesehen und es werden nicht weniger. Und da die größte Videoplattform "Youtube" nunmal Google gehört, dürften die Etablierung und schnelle Umsätze nicht lange auf sich warten lassen. Zwar beginnt die Startphase nur mit 20 US-Partnern, doch ist schnelle Erweiterung geplant. Google kommt also endlich  an den Punkt, an dem sich der 1.65 Millarden Deal bzgl. Youtube richtig zu lohnen beginnt. 

Eine genauere Erklärung der Thematik bekommt ihr im folgenden Video



iPhone, gPhone oder Goople?

Dienstag, 13. November 2007

Google hat die SDK für das Linux-basierte Betriebssystem Android vorgestellt. Neben berechtigten Anmerkungen zur Frisur von Sergei Brin führte dies zu ausgiebigen Diskussionen und Gedankenspielen darüber, ob dieses System denn nun ein Schlag gegen Apple gewesen sei. Auch die üblichen „Apple ist aber viel besser! – Näh, ist es gar nicht!“ Kindereien blieben natürlich nicht aus.

Offene Standards bringen, wie bereits an anderer Stelle erwähnt, eine Dynamik, mit der ein einzelnes Unternehmen mit proprietärer Software nur schwerlich wird schritthalten können. Befürchtungen, Apple könne den gleichen Fehler machen, wie in den Achtziger Jahren, scheinen daher nicht unberechtigt zu sein.

Ob nun iPhone oder GPhone (das es ja eigentlich gar nicht gibt) das bessere mobile Internet bieten, könnte allerdings schnell vollkommen egal werden. Dann nämlich, wenn die beiden Konzerne, denen die gesamte Medienbranche zur Zeit aus der Hand zu fressen scheint, gemeinsame Sache machen. Bereits vor einiger Zeit wurde von niemand geringerem als Nick Carr der gemeinsame Computer von Apple und Google vorausgesagt, der Goople. Ein Gerät, das letztlich nur als eine Art Terminal fungiert und den Zugang zu den SaaS-Lösungen von Google’s Internetuniversum liefert. So ein Terminal ließe sich natürlich auch perfekt als mobiles Geräte entwickeln.

Schaut man sich die institutionellen Verflechtungen der beiden Unternehmen an, und zieht man in Betracht, dass sowohl beim iPhone (google maps, youtube) als auch bei der Android-Demo (web-kit) bereits eine intensive Zusammenarbeit stattfindet, klingt das für mich äußerst einleuchtend.

Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie sich das Verhältnis der beiden Unternehmen zu einander in Zukunft entwickeln wird.

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Google ggn. Facebook oder Socializing der Social Networks?

Donnerstag, 1. November 2007

Unter der Überschrift „Google attackiert Facebook“ verkündet heute das Handelsblatt eine „Allianz“ von verschiedenen Unternehmen, die unter dem Namen „Open Social“ gemeinsame APIs für soziale Netzwerke entwerfen wollen. Über die Schnittstellen sollen Daten wie die Profile der Nutzer, deren Kontakte und Informationen über Aktivitäten auf der Plattform besser ausgetauscht werden.

Mit von der Partie sind neben Google unter anderem das Portal „friendster“, der SaaS-Anbieter salesforce.com, SAP-Konkurrent Oracle und die deutsche Xing AG.

Bislang hatte Facebook als einziges soziales Netzwerk seine Schnittstellen für Drittanwendungen offen gelegt und sich so ein Alleinstellungsmerkmal verschafft. In der Folgezeit entwickelte die Community über 5000 Anwendungen, die allein auf Facebook eingebunden werden konnten.

Laut Marc Andreessen, dessen Unternehmen Ning ebenfalls Teil der Open Social-Allianz ist, fällt oft weniger als ein Prozent der Entwicklungsarbeit auf die Schnittstellenanbindung. Anwendungen die für Facebook konzipiert wurden, können also nun mit relativ geringem Entwicklungsaufwand über die Open-Social-APIs bei allen teilnehmenden sozialen Netzwerken eingebunden werden. Zukünftig werden die Anwendungen dann von vorneherein für beide Schnittstellen ausgelegt sein.

Wer glaubt, dass Google mit seiner Allianz lediglich dieses Alleinstellungsmerkmal von Facebook minimieren will, greift meiner Meinung nach jedoch zu kurz.

Das soziale Netzwerk von Mark Zuckerberg wächst zur Zeit derartig schnell (Anfang der Keynote), dass mittlerweile allein die Größe der Community der wichtigste Alleinstellungsfaktor ist. Wer derzeit im angelsächsischen Raum alten Freunde sucht, findet sie bei Facebook. Ob die zusätzlichen Anwendungen, die es dort gibt, exklusiv sind oder nicht, dürfte kaum noch eine Rolle spielen. Darüber hinaus kann FaceBook den Open Social Standard ja jederzeit übernehmen.

Durch diese Allianz gewinnt also niemand einen Vorsprung gegenüber Facebook. Es bietet sich höchstens die Gelegenheit einen Rückstand schnellstmöglich wieder aufzuholen.

Wie Robert Basic , fragt man sich also, worum es Google bei dieser Kooperation aber dann im Kern geht?

Joe Kraus, Google Direktor für das Produktmanagement erklärt das laut Handelsblatt so: Ein Großteil der Nutzer des Internet ignoriere bislang soziale Netzwerke. Hier liege also noch ein erhebliches Wachstumspotential, insbesondere da die Zahl der Internetnutzer ständig steige. Je mehr Anwendungen den Nutzern von sozialen Netzwerken zur Verfügung stünden, um so mehr Zeit würden die Nutzer im Internet verbringen. Das bedeute aber wiederum mehr Reichwerte für die Werbekunden und somit für Google bessere Möglichkeiten, Werbeeinnahmen zu generieren.

Soweit also die offizielle Aussage von Google.

Vielleicht attackiert Google aber Facebook tatsächlich, nur an ganz anderer Stelle als es das Handelsblatt vermutet?

Wie Erick Schonfeld auf TechCrunch am Dienstag berichtete, plane Facebook derzeit einen Dienst der sich SocialAds nennen und der ähnlich wie Google's Adsense Werbung vermarkten soll. Der kleine aber feine Unterschied ist jedoch, dass die Werbung auf das soziale Profil des Nutzers bei Facebook zugeschnitten werde. Über Cookies, die beim Besuch von Facebook auf den Rechnern der Nutzer platziert würden, könnten diese später auf anderen Seiten identifiziert und über SocialAds passgenau mit Werbung gefüttert werden.

Eine überzeugende Idee wie ich finde. Und es wäre meines Erachtens kein Wunder, wenn Google alles versuchen würde, diese heranwachsende Konkurrenz in die Ecke zu drängen. Schließlich geht es um die Haupteinnahmequellen des Konzerns. Einheitliche Schnittstellen für Soziale Netzwerke könnten es Google erleichtern, die Communities zu durchsuchen und Werbung damit ebenfalls effektiver zu platzieren.

Was auch immer am Ende der Grund für die Kooperation dieser Allianz gewesen ist. Sie bringt eine Menge Vorteile mit sich: Den Entwicklern verhilft sie zu einem wesentlich größeren Nutzerkreis. Der Austausch zwischen den sozialen Netzwerken wird leichter, was den Nutzern wiederum ein größeres Dienstleistungsangebot verschafft. Ich gehe davon aus, dass unsere Produkte myGOYA und mufin ebenfalls von dieser Entwicklung profitieren werden.

Einheitliche offene Standards haben die Entwicklung des Computerzeitalters bislang immer beschleunigt. Das wird auch dieses Mal wieder der Fall sein.



Facebook, YouTube, StudiVZ – Eine neue Internetblase?

Freitag, 26. Oktober 2007

Im Zuge der Berichterstattung über die Beteiligung von Microsoft an Facebook laß ich heute einen Artikel in der Süddeutschen, wonach sich nach dem großen Crash 2001 eine neue Internetblase abzeichne:

1,8 Mrd.
US$ für YouTube, 240 Mio. US$ für eine Beteiligung von 1,6% an Facebook und ein wohl dreistelliger Millionenbetrag in Euro für das deutsche StudiVZ. Auf den ersten Blick lässt einen das vielleicht mit dem Kopf schütteln. Die gezahlten Preise ergeben für ein Unternehmen wie Facebook bspw. eine Bewertung von 15 Mrd. EUR, was in etwa dem Unternehmenswert der Lufthansa entspricht. Während diese aber jährlich 20 Mrd. EUR Umsatz einfährt, ist bei Facebook noch nicht einmal sicher, ob im aktuellen und vierten Geschäftsjahr der Break-Even erreicht wird.

Also alles rausgeschmissenes Geld? Ein Hirngespinnst übermütiger Manager, die wie die Lemminge gemeinsam die nächste Internetblase aufpusten und ohne Sinn und Verstand Unmengen von Geld zum Fenster rausschmeißen?

Ich finde, dass der Vergleich mit der Lufthansa genauso hinkt, wie der Vergleich mit der Internetblase zu Beginn des Jahrhunderts.

Damals war die kommerzielle Nutzung des Internet noch etwas verhältnismäßig neues. Jeder hatte tolle Ideen, wie man damit Geld verdienen könnte, aber keiner wusste, ob sie auch wirklich funktionieren. Trotzdem steckte die Börse bereitwillig Geld in alles und jeden der halbwegs einen geraden Satz mit dem Wort Internet herausbringen konnte, ohne dass diese Start-ups jemals irgendetwas auf die Reihe gebracht hatten

Jetzt machen die YouTubes dieser Welt immer noch keine nennenswerten Umsätze, das ist richtig. Aber heute sind es Firmen wie Google, Yahoo oder Microsoft, die ihr Geld in diese Projekte stecken. Bei allen handelt es sich um Firmen, die meiner Meinung nach sehr deutlich bewiesen haben, dass sie wissen, wie man mit dem Internet Geld verdient.

Nämlich über Reichweite. Im Internet kann jeder gehen, wohin er will, aber am meisten Spaß macht es den Leuten dann doch immer da, wo alle anderen auch sind. Deswegen wird heute auch nicht – anders als 2001 – jedes x-beliebige Internet Start-up für Milliarden verkauft, sondern nur die mit einer millionenschweren Community. Das sind aber genau die Projekte, die schon gezeigt haben, dass ihr Modell funktioniert. Nur gibt es davon auch nicht unbegrenzt viele und gerade diese Kombination macht die Beteiligungen so teuer. Wie gezeigt, arbeitet Google bereits daran YouTube zu Geld zu machen und ist dabei trotz noch bestehender Hürden auch äußerst einfallsreich.

Was den Vergleich von Facebook mit der Lufthansa angeht, so könnte ich mir vorstellen, dass es Microsoft herzlich egal gewesen sein wird, welchen Unternehmenswert der Preis der 1,6%igen Beteiligung für das gesamte Unternehmen ausmacht. Diesen Preis müssen sie ja nicht bezahlen. Für Microsoft war es aber strategisch ungemein wichtig, an die über 45 Millionen Nutzer auf diesem Portal exklusiv Werbung vermarkten zu können. Hätte Google sich dieses Portal auch noch geschnappt, wäre für Microsoft kaum noch eine interessante Community übrig gewesen. Das hätte es dem Unternehmen ungemein schwer gemacht, sich auf dem Markt für Online-Werbung neue Anteile zu erkämpfen. Da sind 240 Mio. US$ für ein Unternehmen, das im abgelaufenen Quartal mehr als 4 Mrd. Dollar Gewinn gemacht hat, eine absolut richtige Investition. Insbesondere wenn man bedenkt, dass Google mit Online-Werbung pro Quartal etwa eine Milliarde Gewinn einstreicht.

Natürlich wird für das ein oder andere Unternehmen eventuell zu viel bezahlt und es werden auch Wetten auf die Zukunft eingegangen, deren Ausgang ungewiss ist (siehe Ebay und Skype). Aber wo ist das anders?

In einem Markt, in dem viel Geld vorhanden ist, wird auch schneller viel Geld gezahlt. Sollten sich diese Investitionen nicht rentieren, werden die Preise wieder geringer ausfallen. Ich vermute einmal, dass alle bisher für Web 2.0-Communities gezahlten Preise zusammen nicht die Verluste aufwiegen können, die nach 2001 eingefahren wurden. Man könnte also überlegen, ob der Markt vielleicht Gefahr läuft, zu überhitzen. Die Internetblase bedeutet jedoch für mich das kollektive über-Bord-werfen jeglicher wirtschaftlicher Vernunft durch die Anleger. Und meiner Meinung nach sind wir davon heute meilenweit entfernt.

Bündnis gegen Urheberrechtsverletzungen - ohne Google

Freitag, 19. Oktober 2007

Mehrere US-Konzerne, darunter Viacom, Disney, Microsoft und myspace.com haben heute gemeinsame Richtlinien zum Umgang mit nutzergenerierten Inhalten verabschiedet.

Damit wollen sie gegen Urheberrechtsverstöße vorgehen, die Anwender durch die unkontrollierte Veröffentlichung von urheberrechtlich geschützten Inhalten im Internet begehen. Während sich die beteiligten Internetunternehmen verpflichten, wirksame Filter gegen die Verwendung proprietärer Inhalte einzusetzen, verpflichten sich die Medienunternehmen im Gegenzug, auf Klagen zu verzichten, sofern dennoch geschütztes Material im Netz auftauchen sollte.

Google hatte erst am Dienstag ein Filtersystem zur Verhinderung von Urheberrechtsverletzungen vorgestellt. Obwohl der Konzern mit YouTube das derzeit größte Internetportal für nutzergenerierte Inhalte betreibt, gehört er nicht zu den unterzeichnenden Unternehmen. Nach einem Bericht des Wall Street Journal habe Google allerdings sehr wohl mit den anderen Beteiligten über einen Beitritt verhandelt.

Über den Grund, warum Google trotz eines bereits vorhandenen Filtersystems außen vor blieb, lässt sich nur spekulieren. So besteht die Möglichkeit, dass das Vertrauen in das von Google verwendete Schutzprogramm nicht groß genug war. Vielleicht sahen die Rechteinhaber auch lukrative Klagen gegen Google gefährdet, hätte man heute dem YouTube-Betreiber einen zukünftigen Klageverzicht zugesichert. Derzeit führt der Vermarkter für Online-Werbung mit Viacom einen Rechtsstreit über 1 Mrd. US$ wegen Urheberrechtsverletzungen auf seinem Videoportal. Mit NBS Universal und CBS, die heute beide ebenfalls die Richtlinien verabschiedet haben, hatte Google hingegen bereits Lizenzierungsabkommen geschlossen.

Sollen Portale wie myspace oder YouTube in Zukunft aber weiterhin solche Publikumsmagneten bleiben, können deren Betreiber auf die geschützten Inhalte nicht verzichten. Sicherlich ist das ein oder andere Privatvideo auch mal ganz nett anzusehen. Attraktiv ist YouTube für mich
aber, weil ich dort jedes Musikvideo, jeden Trailer und jeden TV-Ausschnitt sehen kann. Und zwar immer genau wann ich will.  Wenn Filtersysteme dies in Zukunft verhindern, werden die Betreiber die entsprechenden Inhalte lizenzieren müssen, oder die Nutzer werden abwandern.

Videos und Werbung: Google will YouTube zur Cash-Cow machen

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Einen innovativen Internetdienst zu akquirieren ist die eine Sache. In gewinnbringend einzusetzen eine andere. Das musste jüngst erst Ebay schmerzlich erfahren. Wie das Online-Auktionshaus letzte Woche meldete, fährt es mit dem kostenlosen Telefondienst Skype bei immensen Kosten kaum nennenswerte Umsätze ein. Jetzt soll es ein neuer Geschäftsführer richten,der den Skype-Mitbegründer Niklas Zennstrom ersetzt.

Auch Google möchte endlich anfangen, die 1,8 Milliarden Dollar Kaufpreis für YouTube zu refinanzieren. Deshalb wird Google Adsense nun um Filme des meistgenutzten Videoportals erweitert.

Ein Film über eine Radtour könnte so bspw. mit Werbung für eine bestimmte Fahrradmarke versehen werden. Ein Betreiber einer Internetseite über Radtouren meldet sich bei Adsense an, über die Erkennung von Schlüsselworten wird ihm das Video zugeteilt. Klickt der Nutzer auf das Video verdienen der Ersteller des Films, der Betreiber der Internetseite und natürlich Google.

Der Markt für Videos als Werbeträger steckt noch in den Kinderschuhen, aber das Potenzial erscheint enorm. Die meist lustigen Beiträge auf YouTube sind geeignet, den Nutzer in eine positive Stimmung zu bringen. Sie könnte entsprechend auf das beworbene Produkt abfärben.

Doch gerade die emotionalen Reaktionen auf die Videos könnten kurzfristig das größte Hindernis für ihre Kommerzialisierung werden. Denn die Zuweisung von Anzeige und Video ist automatisiert und erfolgt allein anhand von Tags.

Der werbende Kunde hat also keinen Einfluss darauf, mit welchem Film seine Produkte in Verbindung gebracht werden, sondern ist auf die treffende Beschreibung durch den Urheber angewiesen. Gerade bei einem so starken Medium wie bewegten Bildern ist es aber für den Auftraggeber enorm wichtig, kontrollieren zu können, dass die Bilder der Werbebotschaft nicht zuwider laufen. Dabei können die geringsten Kleinigkeiten eine Rolle spielen, die sich durch das Tagging gar nicht erfassen lassen.

Gleiches gilt für die Betreiber größerer Internetseiten. Auch sie werden sich damit schwer tun, auf ihrer Seite Filme anzubieten, deren Inhalt sie nicht kontrollieren können.

Nach Aussage des Handelsblatts wird Goolge deshalb zunächst nur die Filme von etwa 100 ausgesuchten Kooperationspartnern mit Werbung versehen. Damit läuft aber das Momentum des Internetportals ins Leere, derzeit Anlaufpunkt für alles und jeden zu sein, der ein Video ins Netz stellen will. Geeignete Kooperationspartner hätte man sicherlich auch ohne den Erwerb von YouTube finden können.

Bis sich die Akquisition als echte Cash-Cow erweisen wird, dürfte also noch einige Zeit ins Land gehen. Ich bin gespannt darauf, wie Google diese Herausforderung meistern wird. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass der Branchenprimus in Sachen Online-Werbung auch hierfür eine passende Lösung entwickeln wird.

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Software as a service: Das Ende von Microsoft Windows und Co.? Teil 2

Dienstag, 9. Oktober 2007

Gestern hatte ich mich ja schon zur Zukunft von Betriebssystemen à la Microsoft & Co. ausgelassen. Für die stationären Systeme wird es danach in Zukunft starken Gegenwind durch die so genannten „Software as a Service“(Saas)-Lösungen geben.

Aber wie sieht es mit einem Standard für „SaaS“ oder das Web 3.0 aus? Werden Google, Adobe, Microsoft oder sonst ein Unternehmen im Internet eine Art Betriebssystem etablieren können, das die Nutzer für Jahrzehnte auf einen Anbieter oder eine Programmiersprache festlegt, so wie es Microsoft mit MS Windows praktisch gelungen ist?

Meiner Meinung nach wird ein solcher Standard über einen längeren Zeitraum nicht mehr haltbar sein. Dafür ist das Internet viel zu sehr in Bewegung.

Alle derzeit wichtigen Anwendungen, die früher nur von einem Konzern wie Microsoft entwickelt werden konnten, sind bereits zur „Commodity“, also zu einem softwaretechnischen Massenartikel geworden, so dass die Programmierung von entsprechend vielen Anbietern beherrscht wird. Die dazugehörigen Dateiformate, die sich dank Microsoft zu einem Standard entwickelt haben, werden ebenfalls von Open Source Projekten wie bspw. OpenOffice.org genutzt.

Wenn aber alle die gleichen Dateiformate nutzen können, ist es für den Nutzer letztlich egal, mit welcher Anwendung er die Dateien erzeugt.

Daneben wird der technologische Fortschritt auch vor den Programmiersprachen nicht halt machen. Ist Flash derzeit der am weitesten verbreitete Standard für das dynamische Internet, kann schon im nächsten Jahr eine andere Technologie vollkommen neue Maßstäbe setzen.

Und schließlich ist zu berücksichtigen, dass die Nutzung des Internet unabhängig vom jeweiligen Endgerät ist. Anders als bei der stationären Nutzung von Software spielt es bei Anwendungen im Web keine Rolle, ob man auf einem Laptop, PC, Mobiltelefon oder sonstigen Gerät arbeitet. Somit ist auch das Bundling mit bestimmter Hardware – eine Praxis die die Verbreitung von MS Windows extrem gefördert hat – nicht mehr zielführend.

Damit wird es für den Nutzer in Zukunft in Bezug auf SaaS wesentlich leichter den Anbieter zu wechseln. Und was das bedeutet, haben schon Projekte wie Napster oder Unternehmen wie Yahoo oder Altavista schmerzlich erfahren müssen. Da ist der Strom der Massen unerbittlich, frei nach dem Motto: „Die Karawane zieht weiter...“.

Meiner Meinung nach werden sich Standards, die die Kunden exklusiv an einen Anbieter binden, in Zukunft nur noch für einen kurzen Zeitraum oder für ganz spezielle Anwendungen etablieren. Dies bedeutet aber auch, dass die Unternehmen derartige Standards nicht mehr im gleichen Maße kommerzialisieren können, wie das Microsoft mit Windows möglich war. Stattdessen werden das Maß an Kundenfreundlichkeit und der Spaßfaktor bei der Nutzung der Dienste darüber entscheiden, ob ein Anwender den Anbieter wechselt oder nicht.

Es wird also darauf ankommen, dass die Unternehmen flexibel reagieren und sich noch wesentlich stärker als heute auf die Bedürfnisse der Kunden einstellen. Hier sehe ich die oft etwas schwerfälligeren Mega-Konzerne wie Microsoft, Google oder Adobe nicht unbedingt im Vorteil.

Software as a service: Das Ende von Microsoft Windows und Co.? Teil 1

Montag, 8. Oktober 2007

Hi,

jetzt bin ich also an der Reihe mich vorzustellen: Mein Name ist Philipp Päuser, ich bin 32 Jahre alt und jetzt seit ca. 3 ½ Jahren bei MAGIX. Nach dem Börsengang des Unternehmens im April letzten Jahres habe ich den Bereich der Finanzkommunikation übernommen. Meine Aufgabe ist es also, Aktionäre und Journalisten mit Informationen über unser Unternehmen zu versorgen. Davor war ich zwei Jahre als Justiziar bei MAGIX angestellt und neben meiner jetzigen Tätigkeit dort bin ich auch heute noch als selbständiger Rechtsanwalt tätig. Aber keine Sorge, ich möchte an dieser Stelle nicht als Paragraphenreiter auftreten oder mit drögem Zahlenwerk um mich werfen. Vielmehr soll es darum gehen, die wirtschaftlichen und rechtlichen Hintergründe meiner Arbeit einzubinden, wenn ich die Entwicklungen im Bereich Software und Multimedia kommentiere.



Und damit will ich dann auch gleich mal loslegen:

Software as a service: Das Ende von Microsoft Windows und Co.? Teil 1


Im Handelsblatt habe ich einen interessanten Beitrag mit dem Titel „Newcomer legen sich mit Microsoft an“ gelesen. Er dreht sich um den Einstieg von Microsoft-Konkurrenten in den Markt für Textverarbeitung. Dabei kommen immer mehr so genannte „software as a service“-Lösungen (Saas) zum Zuge. Hierbei handelt es sich um internetbasierte Anwendungen, die über jeden Internetbrowser verwendet werden können, ohne das dafür eine zusätzliche Software installiert werden müsste.

Es verwundert daher kaum, dass es sich bei den genannten Konkurrenten unter anderem um Adobe und Google handelt. Adobe hat im Internet den pdf-Standard durchgesetzt hat und ist außerdem Inhaber der „Flash“-Technologie, dem Quasi-Standard für das dynamische Internet. Google macht durch immer neue, spektakuläre Unternehmenskäufe als mittlerweile wohl größter Internetkonzern der Welt von sich reden.

Wie der Autor Axel Postinett richtig feststellt, der übrigens auch einen interessanten Blog beim Handelsblatt betreibt, geht es bei den Bemühungen dieser Unternehmen allerdings nicht vornehmlich darum, die xte Variante einer Textverarbeitung auf den Markt zu bringen. Statt dessen sollen hier die Reviere abgesteckt werden, um über die viel zitierte kritische Masse von Nutzern einen neuen Standard für Saas-Lösungen zu etablieren. Der Autor nennt dies den Standard für die „Software des Web 3.0“.

In einer Welt in der alle wichtigen Software-Anwendungen über das Internet durchgeführt werden können, ist ein stationäres Betriebssystem wie Microsoft Windows für den Otto Normalverbraucher praktisch überflüssig. Alles was man benötigt, ist ein internetfähiges Endgerät. Auch wenn das für einige noch wie ferne Zukunftsmusik klingen mag, ist es eigentlich schon Realität. So bietet MAGIX neben anderen mit myGOYA bereits heute einen kostenlosen Online-Desktop an, der praktisch alle wichtigen Office- und Multimedia-Anwendungen ausschließlich über das Internet nutzbar macht. Lediglich die Geschwindigkeit der Internetverbindung führt derartige Systeme heute noch an ihre Grenzen.

Könnte diese Entwicklung also das Ende der Vorherrschaft von Microsoft bedeuten?

Erschien dieser Gedanke vor zwei bis drei Jahren noch absurd, lassen die technischen Entwicklungen heute solche Schlussfolgerungen durchaus plausibel erscheinen. Auch ohne die Veränderungen im Bereich der Web-basierten Anwendungen stehen heute hervorragende Alternativen zu Microsoft-Produkten zur Verfügung. So nutzt MAGIX bspw. firmenintern bereits seit einiger Zeit die Software der deutschen OpenOffice.org für sämtliche der so genannten Office-Anwendungen und lizenziert nur noch punktuell das Microsoft-Paket. Das zeigt, dass bereits jetzt unentgeltliche und vor allem für den Geschäftsalltag taugliche Alternativen zu MS Office existieren.

Zumindest wird in absehbarer Zeit mit dem Verkauf von Office-Anwendungen und Betriebssystemen allein kein Großkonzern mehr zu finanzieren sein. Das weiß auch Microsoft und startet deswegen Projekte wie Silverlight, Zune oder die Xbox. Es bleibt abzuwarten, wie gut es Microsoft gelingen wird, sich in diesen für das Unternehmen eigentlich fremden Geschäftsfeldern zu behaupten und sich an die veränderten Bedingungen anzupassen.