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Sidechaining für Einsteiger

Mittwoch, 27. Februar 2008

Fast jeder hat schon davon gehört, doch nur die wenigsten trauen sich wirklich an dieses mächtige Mittel der Dynamikbearbeitung.Dabei kann man mit wenigen, einfachen Schritten für mehr Klarheit im Mix sorgen, Peaks vermeiden oder auch spannende Effekte erzielen.Hier eine kleine Step-by-Step-Anleitung wie man mit der Basedrum die Lautstärke des Basses steuert. 

1. Lade Dir das Freewaretool Sidekick V3 herunter und entpacke die Zipdatei in Deinen VST-Ordner. 

2. Lege die erste Instanz (alpha) von Sidekick in den Insert Deiner Basedrum-Spur und nimm diese Einstellungen vor: 

-use virtual channel alle deaktiviren 

-invert the effect auf ducking 

-Bypass ausschalten 

-Attack, Release und Threshold sind egal 

 

3. Lege die zweite Instanz(beta) von Sidekick in den Insert Deiner Bass-Spur. Hier stellst Du Folgendes ein:    

-use virtual channel auf alpha (das sagt dem Plug-in woher es das Steuersignal beziehen soll)

-invert the effect auf ducking

-bypass ausschalten

-Attack relativ kurz (1-20ms)

-Release auf ca (10-100ms)

-Threshold hängt von der Lautstärke der Basedrum ab, normal wären Einstellungen zwischen -5 und -20dB 



4. Et voilà: Nun wird der Bass jedesmal kurz abgesenkt, sobald die Basedrum schlägt. Die Überlagerung von Frequenzen wird vermieden, wodurch wiederum weniger Peaks entstehen. Der Mix klingt klarer und man kann die Gesamtlautstärke noch erhöhen, ohne daß es zum Clipping kommt. Um das Ergebniss zu optimieren kannst du mit den Attack-, Release- und Threshold-Werten experimentieren



(zum vergrößern, bitte aufs Bild klicken)

Hier noch einige alternative Anwendungsmöglichkeiten, die man mal ausprobieren sollte: 

-Ducking eines Pads für pumpende Effekte. Hier bietet es sich an eine extra Steuerspur anzulegen, zb. mit einer Hihat, deren Volumeregler komplett runtergezogen wird. So erhält man das Steuersignal, auch wenn beispielsweise mal keine Basedrum spielt. Dieser Effekt wird in sehr vielen modernen Elekronic-Tracks verwendet.

-Ein Sprecher steuert den restlichen Mix (der auf einer Subgruppe liegen sollte, da im Master ja sonst auch der Sprecher sich selbst mit absenkt) 

Dies ist z.B. üblich bei Reportagen, im Radio und in der Werbung, um die Sprachverständlichkeit zu erhöhen. Musik und Geräusche sind dem Sprecher dadurch quasi aus dem Weg. Aufwendige manuelle Lautstärke-Automationen entfallen.

-Schaltet man im Sidekick bei invert the effect auf "keying", so wird das gesteuerte Signal nur hörbar, wenn ein Triggersignal anliegt. Man könnte zb. mit der Basedrum einen sehr tiefen Sinuston triggern, um sie untenrum anzufetten. Oder versuche mal mit der Snare ein weißes Rauschen zu triggern: Dadurch kannst du nachträglich noch etwas mehr "Snare-Teppich" hinzufügen..

-Sei kreativ! Einmal gelernt und verstanden wird man dieses Werkzeug nicht mehr missen wollen! 

Viel Spass beim Ausprobieren!  Viele Grüße, Bernard G.

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Schlechter Ton - schlechtes Video

Donnerstag, 1. November 2007

Aus gegebenem Anlass möchte ich ein paar Worte zu der Wichtigkeit von Ton in Videofilmen verlieren. Gestern erst musste ich ein Hochzeitsvideo über mich ergehen lassen, wo man außer Rauschen, Geschepper und zu leise aufgenommener Festtagsrede eigentlich nur die Hintergrundmusik erkannt hat. Die Kameraführung und der Schnitt waren in Ordnung, der Rest eine Tortour für Ohren und Nerven...





Ein Blick auf die Einsteigermodelle der großen Kamerahersteller beweist es. Aus Design- oder Platzgründen werden die eingebauten Mikrofone in der Oberseite des Gehäuses versenkt. Zu Recht fragt man sich, wie so eine überzeugende Audioaufnahme gelingen soll - wohlmöglich sogar in 5.1-Surroundsound. Die eingebauten Mikrofone reichen in den seltensten Fällen aus, um dem hohen Standard der digitalen Aufzeichnungstechnik gerecht zu werden. Sie enttäuschen durch äußerst bescheidene Qualität und bannen zudem auch mehr oder weniger starke Zoom- und Laufwerksgeräusche mit aufs Band. Das ist offensichtlich der Preis, den man für immer kleiner werdende Camcorder bezahlen muss. SD-Camcorder sind übrigens nur vermeindlich leiser: Viele haben einen Lüfter eingebaut. Ganz ohne Motor scheinen selbst die fortschrittlichsten Geräte nicht auszukommen. Also sollte - zumindest bei anspruchsvollen Aufnahmen - ein externes Mikrofon her. Das kann sich aber als ziemlich schwierig erweisen. Die Auswahl ist riesig, die Preisspannen auch. Selbst bei große Marken ist man nicht vor Ausfällen gefeit. Letztendlich ist die Qualität eines Mikros wie bei Lautsprechern nicht selten auch eine Frage des persönlichen Geschmacks und der selbstgesetzten Ansprüche.

Sind die Filmaufnahmen erst einmal im Kasten, ist die Audiobearbeitung noch nicht abgeschlossen - auch wenn viele Videoschnittprogramme uns das glauben machen wollen. Während viele Einsteigeranwendungen fast immer vollständig auf eine nennenswerte Tonkorrektur verzichten, haben wir bei MAGIX Video deluxe den Anspruch, Bild und Ton gleichwertig zu behandeln. Was jedoch kann man am Ton nachträglich noch verbessern? Gerade bei Sprachaufnahmen erweist sich eine Korrektur besonders schwierig. Verändert man einzelne Frequenzbereiche, kommt es schnell zu Verfremdungen. Daher gilt auch hier, schon bei der Aufnahme für das bestmögliche Signal zu sorgen. Fehler, die man gar nicht erst begeht, muss man hinterher auch nicht wieder korrigieren. Wenn man einen Film aus unterschiedlichen Quellen zusammenschneidet, kommt es häufig zu erheblichen Lautstärkesprüngen. Mit der Normalisierungs-Funktion bringt man die einzelnen Clips auf ein einheitliches Niveau und kann dann sehr viel effizienter die Lautstärkeanpassung innerhalb des Videoprojekts vornehmen. Zudem verfügen dedizierte Tonbearbeitungsprogramme wie Samplitude über ausgezeichnete Rauschverminderungstechniken mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten. Eine anspruchsvolle Audioaufnahme kann also durchaus einige Anstrengungen kosten. Das Ergebnis lohnt sich jedoch allemal. Die Filme können sich dann nicht nur sehen, sondern auch hören lassen. Das Publikum wird sehr dankbar sein.