Gesangsaufnahmen selber machen

Mittwoch, 6. August 2008

Der Gesang ist im Song sicherlich einer der wichtigsten Bestandteile und so sollte man Gesangsaufnahmen auch unter bestmöglichen Bedingungen machen. Da das aber leider nicht immer möglich ist, geben wir Euch hier ein paar Tips, wie Ihr Euer Setup etwas optimieren könnt und das Beste herausholen könnt.



Wichtig ist es, dass Ihr den Raumhall so gut wie möglich minimiert und versucht, Störgeräusche auszublenden. Ihr könnt beispielsweise eine schwere Wolldecke nehmen und an die Decke tackern und Euch so eine Art Vocalkammer bauen. Falls Ihr Parkettboden habt, solltet Ihr mit Teppichen arbeiten, alle glatten Flächen wie Fenster u.a. mit Vorhängen behängen, usw. Wichtig ist es, die Fenster richtig zu verschließen, so dass möglichst kein Straßenlärm oder Vogelgezwitscher zu hören ist.

Wer etwas mehr Aufwand betreiben möchte, kann seinen Computer in den Nachbarraum verbannen.

Bei Aufnahmen ist immer das Handy auszuschalten und Ihr könnt, wenn die Nachbarn mitspielen, auch nachts aufnehmen. Dann ist es insgesamt etwas ruhiger.  Je mehr Ihr in dieser Richtung macht, desto besser wird hinterher die Aufnahme werden. Auch mit einem nicht so tollen Mikrofon lassen sich einigermaßen gute Aufnahmen machen, die man hinterher mit Effekten wie EQ, Compressor, Chorus, Hall und Delay verbessern kann. Versucht auch die Stimme zu doppeln, so klingt sie etwas dicker.

Zum Singen könnt Ihr Euch etwas Hall auf die Stimme legen, das fühlt sich meißtens etwas besser an. Aber seid vorsichtig damit und geht sparsam damit um. Steht man in einer großen Halle, singt man oft nicht mehr richtig sauber.

Haltet Euch immer etwas zu trinken bereit und nehmt ab und an ein kleines Schlückchen. Ist der Mund ausgetrocknet, gibt es oft "Schmatzgeräusche". - Wasser und warmer Tee ist am besten.

Um Poppgeräusche zu vermeiden, besorgt Euch einen Windschutz. Ihr könnt den auch aus einem Drahtkleiderbügel und einem Nylonstrumpf selber basteln. Steht nicht zu weit vom Mikrofon entfernt - man sagt etwa einen Fuß breit vom Mikrofon entfernt.

Das Wichtigste ist aber, dass Ihr Euch oder dem Sänger eine angenehme Atmosphäre schafft in dem sie oder er sich wohlfühlt. Je wohler sich der Sänger fühlt, desto besser kann er singen und aus sich herausgehen.

Und um Euch ein wenig zu motivieren, es gibt einige große Songs und ganze Alben, die im Schlafzimmer aufgenommen wurden. Hier ein paar Beispiele:

Bruce Springsteen - Nebraska - eines der schönsten Springsteen Alben.

Kaiser Chiefs - Oh my God - erreichte in den UK Charts Platz 66

Machine Head - Burn my Eyes - Bestverkauftes Debut Album bei Rodrunner Records allerzeiten

Daftpunk - Homework - millionenfach verkauft 

Amy MacDonald - Demos im Schlafzimmer

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Sidechaining für Einsteiger

Mittwoch, 27. Februar 2008

Fast jeder hat schon davon gehört, doch nur die wenigsten trauen sich wirklich an dieses mächtige Mittel der Dynamikbearbeitung.Dabei kann man mit wenigen, einfachen Schritten für mehr Klarheit im Mix sorgen, Peaks vermeiden oder auch spannende Effekte erzielen.Hier eine kleine Step-by-Step-Anleitung wie man mit der Basedrum die Lautstärke des Basses steuert. 

1. Lade Dir das Freewaretool Sidekick V3 herunter und entpacke die Zipdatei in Deinen VST-Ordner. 

2. Lege die erste Instanz (alpha) von Sidekick in den Insert Deiner Basedrum-Spur und nimm diese Einstellungen vor: 

-use virtual channel alle deaktiviren 

-invert the effect auf ducking 

-Bypass ausschalten 

-Attack, Release und Threshold sind egal 

 

3. Lege die zweite Instanz(beta) von Sidekick in den Insert Deiner Bass-Spur. Hier stellst Du Folgendes ein:    

-use virtual channel auf alpha (das sagt dem Plug-in woher es das Steuersignal beziehen soll)

-invert the effect auf ducking

-bypass ausschalten

-Attack relativ kurz (1-20ms)

-Release auf ca (10-100ms)

-Threshold hängt von der Lautstärke der Basedrum ab, normal wären Einstellungen zwischen -5 und -20dB 



4. Et voilà: Nun wird der Bass jedesmal kurz abgesenkt, sobald die Basedrum schlägt. Die Überlagerung von Frequenzen wird vermieden, wodurch wiederum weniger Peaks entstehen. Der Mix klingt klarer und man kann die Gesamtlautstärke noch erhöhen, ohne daß es zum Clipping kommt. Um das Ergebniss zu optimieren kannst du mit den Attack-, Release- und Threshold-Werten experimentieren



(zum vergrößern, bitte aufs Bild klicken)

Hier noch einige alternative Anwendungsmöglichkeiten, die man mal ausprobieren sollte: 

-Ducking eines Pads für pumpende Effekte. Hier bietet es sich an eine extra Steuerspur anzulegen, zb. mit einer Hihat, deren Volumeregler komplett runtergezogen wird. So erhält man das Steuersignal, auch wenn beispielsweise mal keine Basedrum spielt. Dieser Effekt wird in sehr vielen modernen Elekronic-Tracks verwendet.

-Ein Sprecher steuert den restlichen Mix (der auf einer Subgruppe liegen sollte, da im Master ja sonst auch der Sprecher sich selbst mit absenkt) 

Dies ist z.B. üblich bei Reportagen, im Radio und in der Werbung, um die Sprachverständlichkeit zu erhöhen. Musik und Geräusche sind dem Sprecher dadurch quasi aus dem Weg. Aufwendige manuelle Lautstärke-Automationen entfallen.

-Schaltet man im Sidekick bei invert the effect auf "keying", so wird das gesteuerte Signal nur hörbar, wenn ein Triggersignal anliegt. Man könnte zb. mit der Basedrum einen sehr tiefen Sinuston triggern, um sie untenrum anzufetten. Oder versuche mal mit der Snare ein weißes Rauschen zu triggern: Dadurch kannst du nachträglich noch etwas mehr "Snare-Teppich" hinzufügen..

-Sei kreativ! Einmal gelernt und verstanden wird man dieses Werkzeug nicht mehr missen wollen! 

Viel Spass beim Ausprobieren!  Viele Grüße, Bernard G.

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Freeware VST PlugIns

Montag, 17. Dezember 2007

Immer wieder stellt sich die Frage – welche PlugIns für welchen Einsatzbereich. Natürlich gibt es einige namhafte Hersteller wie „Waves“, „Arts Acoustic“ „Antares“, „FabFilter“ Magix (AM-Suite / VE-Suite / Variverb) und andere, doch Qualität hat natürlich auch Ihren Preis.

 Für diejenigen, die sich zuerst einmal ein bisschen ausprobieren möchten gibt es aber auch erstaunlich gute Freeware PlugIns die Ihr Euch gratis downloaden könnt. Um euch einen Überblick über wirklich sinnvolle Freeware Plugins zu geben, habe ich mal meine Lieblings-PlugIns inklusive Links aufgelistet.


Kjaerhus Classic Series:

http://www.kjaerhusaudio.com/classic-series.php

Diese Sammlung umfasst eigentlich alle wichtigen Werkzeuge einer ausgewogenen Musik-Produktion:

 Auto Filter: Kreative Effekte wie Filtersweeps und Auto Wah-Wah sind damit möglich

Chorus: Klassisches Chorus PlugIn

Compressor: Knackige und Warme Sounds. Anwendbar auf Vocals und Instrumente

Delay: Klassische Echo/Delay Maschine

EQ: 7 Band Stereo Graphic Equalizer: Tiefen, Mitten und Höhen angleichen

Flanger: Sounds „verwirbeln“, einfach ausprobieren

Master Limiter: um die Lautstärke des Gesamtmixes anzugleichen sprich: LAUTER MACHEN

Phaser: Emuliert die klassischen Phaser aus den 70's und 80's

Reverb: von der Dusche bis zum Konzertsaal, alles ist möglich (Hallgerät)

Aixcoustic Electri-Q: Einer der besten Freeware Equalizer. Ein kleiner aber feiner phase EQ, der auf jedes Audio-Material anwendbar ist. GutePresets. ttp://www.aixcoustic.com/index.php/Electri-Q-posihfopit/30/0/

Camel Audio CamelCrusher: Multi-Effekt-PlugIn, vorallem Distortion (Verzerrung). http://www.camelaudio.com/camelcrusher.php

DaSample Glace Verb: Ein weiteres Hall-PlugIn aber das einzige, das liquid acoustic spaces wie Wasser moduliert. http://www.dasample.com/index.php?show=glaceverb

Dblue Glitch: Einer meiner Lieblingseffekte. Zerhackt in Echtzeit dein Audiomaterial und kommt mit einer Reihe von Effekten:Tapestop, Modulator, Retrigger, Shuffler, Reverser, Crusher, Gater, Delay und Stretcher. Unbedingt ausprobieren.http://illformed.org/glitch/?page=downloads

Frettedsynth Audio FreeAmp 2: Guitar-Amp Simualtion mit vielen Effekten und Presets http://asseca.com/frettedsynth/index.html

 Luxonix LFX-1310: Sehr gutes Multi-FX PlugIn. Beinhaltet folgende Effekte: Filter und 3 Band EQ, Kompressor, Overdrive und Distortion,Crusher und Stereo Imager, Chorus, Flanger, Phaser und Tremolo Delay und Reverb http://www.luxonix.com/home/en/products.html?id=lfx1310

Digital Fishphones The Fish Fillets: Eine Sammlung von sehr empfehlenswerten PlugIns.http://www.digitalfishphones.com/main.php?item=2&subItem=5

Blockfish: Ein gut klingender Kompressor

Spitfish: Ein Deeser zum entfernen von „S-“ und „Zisch-“ lauten

Floorfish: Expander/Gate Effekt

Es gibt noch weitere empfehlenswerte PlugIns, die Ihr aber selber ausprobieren solltet. Auflistungen findet Ihr z.B. bei „KVR“ http://www.kvraudio.com/  oder bei „rekkerd.org“ http://rekkerd.org/

Viel Spass! 

Daniel

 
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Fette Drums im "New York Style"

Montag, 26. November 2007

Wer kennt das nicht? Man hat seinen Mix so gut wie fertig, jedoch setzen sich die Drums im Mix nicht wirklich durch - hier hat man oft das Problem, dass bei noch höherer Kompression der Drums diese anfangen, "matschig" zu klingen.

Abhilfe bietet hier das Mischen der Drums im "New York Style". Hierzu bildest du eine Gruppe aus allen Drum-Einzelsignalen (BD, Snare, Toms etc.) Diese Gruppe schickst du dann (pre-Fader) über einen SEND in einen AUX- (Effekt-) Kanal. In diesen Aux-Kanal packst du nun folgende Effekte:



1.) Kompressor mit hoher Ratio (probier mal 6-8:1), niedrigem Threshold (-25 dB), kuzem Attack (5ms) und langer Releasezeit (150ms) - das ganze durch Gain-Makeup kräftig aufholen ;-)

2.) EQ mit (relativ breitbandiger) Betonung im Bassbereich (100Hz) und im Höhenbereich (6kHz) - natürlich aufpassen, dass es nicht in dem Aux-Kanal nicht anfängt zu clippen (also auch nicht zu breitbandig).

Selbstverständlich handelt es sich hierbei nur um Richtwerte, die du nach Belieben deinen Bedürfnissen anpassen kannst. Wichtig: NICHT zusätzlich die Drums-Gruppenspur komprimieren, sonst wird’s schnell wieder matschig!



Über den SEND kannst du nun regeln, inwieweit das stark komprimierte Signal (Aux) zur Drums-Gruppe dazugemischt werden soll.

Das Gute an dieser Methode? Du erhälst einen Drumsound mit sehr viel Druck, ohne dabei an Punch und "Direktheit" zu verlieren.

Einfach mal ausprobieren! ;-)

Lieben Gruß,

Dag




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Druckvolle - Gitarren - wie geht das ?

Dienstag, 30. Oktober 2007

In meiner Funktion als Teamleader des Magix Audio Content Departments und Leiter des Magix Tonstudios treffe ich täglich auf viele Musiker.Einige davon sind seit vielen Jahren Profis, andere dagegen fangen gerade erst an sich mit der Materie Musikproduktion zu befassen. Als neuer Author des MAGIX Blogs möchten mein Team und ich, euch gerne ein paar Tipps und Tricks geben,wie wir die ein oder andere Aufgabenstellung im Studio bewerkstelligen oder Euch ein paar Hilfestellungen geben, wie die „alten Hasen“ arbeiten. Unter dem Autorennamen „Audiodepartment“ findet Ihr also in Zukunft immer interessante Artikel zum Thema Studio und Musikproduktion.





(Daniel - Dag - Michael  - Benjamin  - Bernard)

In der letzten Zeit werde ich immer wieder gefragt, wie man druckvolleund harte Gitarrentracks aufnimmt - und welche Geräte man dafür benötigt.

Ganz häufig bekomme ich dann zu hören:"Ich habe dieses oder jenes Equipment und damit funktioniert es nicht - was soll ich mir kaufen"

Natürlich ist es toll die Gitarre - z.B. ESP (Rammstein, Soulfly, System of a Dawn oder Metallica benutzen die, um nur einige zu nennen), über einen fetten Marshall Amp abzunehmen. Aber ohne das nötige Know How klingt die Aufnahme hinterher kein bisschen fetter, als wenn man eine Aldi Gitarre und einen Aldi Amp benutzt hätte.

Über den Aufnahme Raum, die passenden Mikrofone, die analoge Konsole und die Studer 2 Zoll Maschine fange ich lieber gar nicht erst an zu sprechen. Ein paar Tipps und Tricks und die richtige Technik beim Bearbeiten bringen einen oft viel weit als ein sündhaft teurer Gerätepark.

Sehr häufig habe ich beispielsweise erlebt, dass unerfahrene- oder Hobby Musiker glaube je mehr Verzerrung sie reindrehen, desto fetter wird die Gitarrenspur im Mix. Das ist leider falsch, denn anstatt fetter wird der Track nur verwaschener, matschiger und undurchsichtiger. Der Druck und die Transparenz gehen verloren.

Hier gilt wirklich - weniger ist mehr.

Der Druck und die Härte kommen tatsächlich nicht über eine exzessive Verzerrung oder übe auf wundersame Art modifizierte Amps zustande. Viel wichtiger ist ein sauberes Einspielen oder eine genaue Nachbearbeitung der Elemente Drums, Bass und Gitarre.Auf den Punkt gespielt muss es sein, damit der Druck entsteht.

Wer nicht so perfekt und timinggenau einspielen kann, der muss eben hinterher in der Nachbearbeitung ran, die Gitarren sauber zerschneiden und neu auf die Drums anlegen. Je genauer und sorgfältiger man das macht, desto besser klingt am Ende auch die Gitarrenspur.

Damit die Gitarren dann auch noch richtig breit und nach "Wall of Sound" klingen ist es wichtig, sie zu doppeln. Dazu muss man die gesamte Gitarrenspur ein zweites Mal einspielen. (Achtung: die Spur einfach zu kopieren funktioniert leider nicht)

Mit dem richtigen LR Panning der beiden Spuren und ein wenig Übung bekommt man dann auch mit einfachem Equipment erstaunliche Resultate hin.

Und wer dann doch mal ein paar Euro investieren möchte, dem empfehle ich den Guitar Rig von Native Instruments. Damit bekommt man sehr schnell tolle Ergebnisse und das Plug In lässt sich ganz einfach in alle gängigen Sequencerprogramme wie Samplitude, MusicStudio, Music Maker, Cubase, Logic und anderen Hosts einbinden.

Hier noch ein paar Tipps:

 



  • - härtere Plektren sorgen für einen aggressiveren Anschlag

  • - kleine bis mittlere Verzerrgrade sorgen für bessere Transparenz,

  • - Präzision im Spiel und eine sorgfältige Nachbearbeitung sorgen für den Druck

  • - gedoppelte Aufnahmen sorgen für die Breite im Mix.


Probiert`s doch einfach mal aus bevor Ihr viel Geld für teures Equipment ausgebt. Und wenn Ihr dann mit Euren Möglichkeiten fette Gitarrenspuren gemacht habt, dann leistet Euch auch mal was schönes - zum Beispiel eine neue Gitarre

Viel Erfolg wünscht Michael Rubner ;-)

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