Und eine Flatrate wird kommen...

Dienstag, 25. März 2008

Die altbekannten Vermarktungsformen der Musikindustrie scheinen immer mehr der Vergangenheit anzugehören.

So verhandelt Apple derzeit mit der Musikindustrie über ein „radikal neues“ Geschäftsmodell, wonach Nutzer von iPod und iPhone gegen einen Preisaufschlag unbegrenzten Zugang zur Itunes Bibliothek bekommen sollen. Das dieses Modell nicht ganz so radikal neu ist, zeigt die Tatsache, dass Nokia bereits mit Universal einen Vertrag geschlossen hat, wonach für bestimmte Endgeräte 80 US$ gezahlt werden sollen. Im Gegenzug können die Nutzer dieser Telefone unbegrenzt auf die Inhalte des Labels zugreifen. Bei den Finnen bemüht man sich derzeit darum, nun auch die anderen Majors ins Boot zu holen. O2 bietet im Übrigen schon seit einiger Zeit Verträge mit einer Napster-Flatrate an.

In Zeiten der Flatrates für’s Festnetz, den Mobilfunk und das stationäre bzw. mobile Internet scheint das Angebot einer Musikflatrate also schlüssig und überhaupt nicht mehr abwegig. Der Nutzer kann seine Abspiellisten dezentral speichern. Musik wird nur noch im downstream angehört und ist dafür überall verfügbar. Gleichzeitig hat der Kunde einfach und legal Zugriff auf eine sehr große, oder im Idealfall die komplette Auswahl von Musik. Bei den immer „interessanter“ werdenden Vorschlägen für die Bestrafung von Musikpiraterie könnte dies für viele ein zusätzlicher Anreiz sein.

Die Auswirkung dieser Entwicklung auf die Musiklandschaft bleibt abzuwarten. Meiner Meinung nach hat gute Musik hat ihren Preis. Je weniger dazu bereit sind, diesen Preis zu zahlen, desto mehr massenkompatibler Einheitsbrei wird den Kunden serviert werden.

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iPhone, gPhone oder Goople?

Dienstag, 13. November 2007

Google hat die SDK für das Linux-basierte Betriebssystem Android vorgestellt. Neben berechtigten Anmerkungen zur Frisur von Sergei Brin führte dies zu ausgiebigen Diskussionen und Gedankenspielen darüber, ob dieses System denn nun ein Schlag gegen Apple gewesen sei. Auch die üblichen „Apple ist aber viel besser! – Näh, ist es gar nicht!“ Kindereien blieben natürlich nicht aus.

Offene Standards bringen, wie bereits an anderer Stelle erwähnt, eine Dynamik, mit der ein einzelnes Unternehmen mit proprietärer Software nur schwerlich wird schritthalten können. Befürchtungen, Apple könne den gleichen Fehler machen, wie in den Achtziger Jahren, scheinen daher nicht unberechtigt zu sein.

Ob nun iPhone oder GPhone (das es ja eigentlich gar nicht gibt) das bessere mobile Internet bieten, könnte allerdings schnell vollkommen egal werden. Dann nämlich, wenn die beiden Konzerne, denen die gesamte Medienbranche zur Zeit aus der Hand zu fressen scheint, gemeinsame Sache machen. Bereits vor einiger Zeit wurde von niemand geringerem als Nick Carr der gemeinsame Computer von Apple und Google vorausgesagt, der Goople. Ein Gerät, das letztlich nur als eine Art Terminal fungiert und den Zugang zu den SaaS-Lösungen von Google’s Internetuniversum liefert. So ein Terminal ließe sich natürlich auch perfekt als mobiles Geräte entwickeln.

Schaut man sich die institutionellen Verflechtungen der beiden Unternehmen an, und zieht man in Betracht, dass sowohl beim iPhone (google maps, youtube) als auch bei der Android-Demo (web-kit) bereits eine intensive Zusammenarbeit stattfindet, klingt das für mich äußerst einleuchtend.

Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie sich das Verhältnis der beiden Unternehmen zu einander in Zukunft entwickeln wird.

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Google ggn. Facebook oder Socializing der Social Networks?

Donnerstag, 1. November 2007

Unter der Überschrift „Google attackiert Facebook“ verkündet heute das Handelsblatt eine „Allianz“ von verschiedenen Unternehmen, die unter dem Namen „Open Social“ gemeinsame APIs für soziale Netzwerke entwerfen wollen. Über die Schnittstellen sollen Daten wie die Profile der Nutzer, deren Kontakte und Informationen über Aktivitäten auf der Plattform besser ausgetauscht werden.

Mit von der Partie sind neben Google unter anderem das Portal „friendster“, der SaaS-Anbieter salesforce.com, SAP-Konkurrent Oracle und die deutsche Xing AG.

Bislang hatte Facebook als einziges soziales Netzwerk seine Schnittstellen für Drittanwendungen offen gelegt und sich so ein Alleinstellungsmerkmal verschafft. In der Folgezeit entwickelte die Community über 5000 Anwendungen, die allein auf Facebook eingebunden werden konnten.

Laut Marc Andreessen, dessen Unternehmen Ning ebenfalls Teil der Open Social-Allianz ist, fällt oft weniger als ein Prozent der Entwicklungsarbeit auf die Schnittstellenanbindung. Anwendungen die für Facebook konzipiert wurden, können also nun mit relativ geringem Entwicklungsaufwand über die Open-Social-APIs bei allen teilnehmenden sozialen Netzwerken eingebunden werden. Zukünftig werden die Anwendungen dann von vorneherein für beide Schnittstellen ausgelegt sein.

Wer glaubt, dass Google mit seiner Allianz lediglich dieses Alleinstellungsmerkmal von Facebook minimieren will, greift meiner Meinung nach jedoch zu kurz.

Das soziale Netzwerk von Mark Zuckerberg wächst zur Zeit derartig schnell (Anfang der Keynote), dass mittlerweile allein die Größe der Community der wichtigste Alleinstellungsfaktor ist. Wer derzeit im angelsächsischen Raum alten Freunde sucht, findet sie bei Facebook. Ob die zusätzlichen Anwendungen, die es dort gibt, exklusiv sind oder nicht, dürfte kaum noch eine Rolle spielen. Darüber hinaus kann FaceBook den Open Social Standard ja jederzeit übernehmen.

Durch diese Allianz gewinnt also niemand einen Vorsprung gegenüber Facebook. Es bietet sich höchstens die Gelegenheit einen Rückstand schnellstmöglich wieder aufzuholen.

Wie Robert Basic , fragt man sich also, worum es Google bei dieser Kooperation aber dann im Kern geht?

Joe Kraus, Google Direktor für das Produktmanagement erklärt das laut Handelsblatt so: Ein Großteil der Nutzer des Internet ignoriere bislang soziale Netzwerke. Hier liege also noch ein erhebliches Wachstumspotential, insbesondere da die Zahl der Internetnutzer ständig steige. Je mehr Anwendungen den Nutzern von sozialen Netzwerken zur Verfügung stünden, um so mehr Zeit würden die Nutzer im Internet verbringen. Das bedeute aber wiederum mehr Reichwerte für die Werbekunden und somit für Google bessere Möglichkeiten, Werbeeinnahmen zu generieren.

Soweit also die offizielle Aussage von Google.

Vielleicht attackiert Google aber Facebook tatsächlich, nur an ganz anderer Stelle als es das Handelsblatt vermutet?

Wie Erick Schonfeld auf TechCrunch am Dienstag berichtete, plane Facebook derzeit einen Dienst der sich SocialAds nennen und der ähnlich wie Google's Adsense Werbung vermarkten soll. Der kleine aber feine Unterschied ist jedoch, dass die Werbung auf das soziale Profil des Nutzers bei Facebook zugeschnitten werde. Über Cookies, die beim Besuch von Facebook auf den Rechnern der Nutzer platziert würden, könnten diese später auf anderen Seiten identifiziert und über SocialAds passgenau mit Werbung gefüttert werden.

Eine überzeugende Idee wie ich finde. Und es wäre meines Erachtens kein Wunder, wenn Google alles versuchen würde, diese heranwachsende Konkurrenz in die Ecke zu drängen. Schließlich geht es um die Haupteinnahmequellen des Konzerns. Einheitliche Schnittstellen für Soziale Netzwerke könnten es Google erleichtern, die Communities zu durchsuchen und Werbung damit ebenfalls effektiver zu platzieren.

Was auch immer am Ende der Grund für die Kooperation dieser Allianz gewesen ist. Sie bringt eine Menge Vorteile mit sich: Den Entwicklern verhilft sie zu einem wesentlich größeren Nutzerkreis. Der Austausch zwischen den sozialen Netzwerken wird leichter, was den Nutzern wiederum ein größeres Dienstleistungsangebot verschafft. Ich gehe davon aus, dass unsere Produkte myGOYA und mufin ebenfalls von dieser Entwicklung profitieren werden.

Einheitliche offene Standards haben die Entwicklung des Computerzeitalters bislang immer beschleunigt. Das wird auch dieses Mal wieder der Fall sein.



Microsoft will ins Internet

Montag, 29. Oktober 2007

Nachdem Microsoft bereits vergangene Woche mit dem Erwerb von Anteilen an dem sozialen Netzwerk Facebook für Furore gesorgt hatte, kündigte der Bill-Gates-Konzern gestern den nächsten Schritt zur Eroberung des Internet an. Jeff Raikes, Leiter der Business und Serversparte, sagte im Gespräch mit dem Handelsblatt, dass Microsoft in den kommenden Monaten insbesondere das Angebot für Software as a Service (SaaS) ausbauen wolle. Da man für das Massengeschäft bereits die "Live"-Dienste gestartet habe, sollten bei den SaaS-Angeboten insbesondere die Geschäftskunden im Mittelpunkt stehen.

Obwohl – oder vielleicht gerade weil – Microsoft derzeit Rekordergebnisse erzielt, muss der Konzern seine Präsenz im Internet ausbauen. Im Vergleich zum Internetdienstleister Google gehört Microsoft mit seiner grundsätzlichen Ausrichtung auf stationär installierte Software ja praktisch zur Old Economy des Computerzeitalters. Da zukünftig aber immer mehr Funktionen dezentral über das Internet verfügbar sein werden, droht mittelfristig eine der Haupteinnahmequellen von MS zu versiegen. Mit webtops wie myGOYA lassen sich ja bereits heute die wichtigsten Funktionen eines Betriebssystems über das Internet abdecken.

Es bleibt abzuwarten, was den vollmundigen Versprechungen folgen wird. Auch wenn Jeff Raikes es als ein solches vorstellt: Ich finde, Live stellt derzeit noch kein ernst gemeintes Angebot für den Massenmarkt dar.

Insofern ist es meiner Meinung nach richtig, das Microsoft seine Bemühungen bei den Internetdiensten zunächst auf die Geschäftskunden ausrichten will. Sie setzen auf Kontinuität und sind nicht so leicht zu einem Wechsel des Dienstleisters zu bewegen. Anders als die Konkurrenz kann Microsoft seinen Kunden in diesem Bereich viele verschiedene Dienstleistungen aus einer Hand bieten. Schon allein aufgrund der vorhandenen direkten Kundenkontakte hat das Unternehmen aus Redmond hier einen enormen Vorteil gegenüber den meisten Wettbewerbern.

Facebook, YouTube, StudiVZ – Eine neue Internetblase?

Freitag, 26. Oktober 2007

Im Zuge der Berichterstattung über die Beteiligung von Microsoft an Facebook laß ich heute einen Artikel in der Süddeutschen, wonach sich nach dem großen Crash 2001 eine neue Internetblase abzeichne:

1,8 Mrd.
US$ für YouTube, 240 Mio. US$ für eine Beteiligung von 1,6% an Facebook und ein wohl dreistelliger Millionenbetrag in Euro für das deutsche StudiVZ. Auf den ersten Blick lässt einen das vielleicht mit dem Kopf schütteln. Die gezahlten Preise ergeben für ein Unternehmen wie Facebook bspw. eine Bewertung von 15 Mrd. EUR, was in etwa dem Unternehmenswert der Lufthansa entspricht. Während diese aber jährlich 20 Mrd. EUR Umsatz einfährt, ist bei Facebook noch nicht einmal sicher, ob im aktuellen und vierten Geschäftsjahr der Break-Even erreicht wird.

Also alles rausgeschmissenes Geld? Ein Hirngespinnst übermütiger Manager, die wie die Lemminge gemeinsam die nächste Internetblase aufpusten und ohne Sinn und Verstand Unmengen von Geld zum Fenster rausschmeißen?

Ich finde, dass der Vergleich mit der Lufthansa genauso hinkt, wie der Vergleich mit der Internetblase zu Beginn des Jahrhunderts.

Damals war die kommerzielle Nutzung des Internet noch etwas verhältnismäßig neues. Jeder hatte tolle Ideen, wie man damit Geld verdienen könnte, aber keiner wusste, ob sie auch wirklich funktionieren. Trotzdem steckte die Börse bereitwillig Geld in alles und jeden der halbwegs einen geraden Satz mit dem Wort Internet herausbringen konnte, ohne dass diese Start-ups jemals irgendetwas auf die Reihe gebracht hatten

Jetzt machen die YouTubes dieser Welt immer noch keine nennenswerten Umsätze, das ist richtig. Aber heute sind es Firmen wie Google, Yahoo oder Microsoft, die ihr Geld in diese Projekte stecken. Bei allen handelt es sich um Firmen, die meiner Meinung nach sehr deutlich bewiesen haben, dass sie wissen, wie man mit dem Internet Geld verdient.

Nämlich über Reichweite. Im Internet kann jeder gehen, wohin er will, aber am meisten Spaß macht es den Leuten dann doch immer da, wo alle anderen auch sind. Deswegen wird heute auch nicht – anders als 2001 – jedes x-beliebige Internet Start-up für Milliarden verkauft, sondern nur die mit einer millionenschweren Community. Das sind aber genau die Projekte, die schon gezeigt haben, dass ihr Modell funktioniert. Nur gibt es davon auch nicht unbegrenzt viele und gerade diese Kombination macht die Beteiligungen so teuer. Wie gezeigt, arbeitet Google bereits daran YouTube zu Geld zu machen und ist dabei trotz noch bestehender Hürden auch äußerst einfallsreich.

Was den Vergleich von Facebook mit der Lufthansa angeht, so könnte ich mir vorstellen, dass es Microsoft herzlich egal gewesen sein wird, welchen Unternehmenswert der Preis der 1,6%igen Beteiligung für das gesamte Unternehmen ausmacht. Diesen Preis müssen sie ja nicht bezahlen. Für Microsoft war es aber strategisch ungemein wichtig, an die über 45 Millionen Nutzer auf diesem Portal exklusiv Werbung vermarkten zu können. Hätte Google sich dieses Portal auch noch geschnappt, wäre für Microsoft kaum noch eine interessante Community übrig gewesen. Das hätte es dem Unternehmen ungemein schwer gemacht, sich auf dem Markt für Online-Werbung neue Anteile zu erkämpfen. Da sind 240 Mio. US$ für ein Unternehmen, das im abgelaufenen Quartal mehr als 4 Mrd. Dollar Gewinn gemacht hat, eine absolut richtige Investition. Insbesondere wenn man bedenkt, dass Google mit Online-Werbung pro Quartal etwa eine Milliarde Gewinn einstreicht.

Natürlich wird für das ein oder andere Unternehmen eventuell zu viel bezahlt und es werden auch Wetten auf die Zukunft eingegangen, deren Ausgang ungewiss ist (siehe Ebay und Skype). Aber wo ist das anders?

In einem Markt, in dem viel Geld vorhanden ist, wird auch schneller viel Geld gezahlt. Sollten sich diese Investitionen nicht rentieren, werden die Preise wieder geringer ausfallen. Ich vermute einmal, dass alle bisher für Web 2.0-Communities gezahlten Preise zusammen nicht die Verluste aufwiegen können, die nach 2001 eingefahren wurden. Man könnte also überlegen, ob der Markt vielleicht Gefahr läuft, zu überhitzen. Die Internetblase bedeutet jedoch für mich das kollektive über-Bord-werfen jeglicher wirtschaftlicher Vernunft durch die Anleger. Und meiner Meinung nach sind wir davon heute meilenweit entfernt.

Laptops bald überflüssig? Etwa jeder 2. kauft dieses Jahr ein Mobiltelefon

Dienstag, 23. Oktober 2007

Nach Schätzungen des BitKom werden bis Ende 2007 in Deutschland wahrscheinlich 36,5 Mio. Mobiltelefone verkauft.

Eine enorme Zahl. Bei einer Bevölkerung von etwa 80 Mio. hat damit theoretisch etwa jeder zweite allein in diesem Jahr ein neues Gerät erworben. Erklären lässt sich dies wohl nur durch die Zunahme des Funktionsumfangs und damit des Anwendungsbereichs für Mobiltelefone. Nicht umsonst nennt Nokia einige seiner Geräte mittlerweile Multimediacomputer. 26,4% der Deutschen versenden über ihr Mobiltelefon mittlerweile auch Fotos, 12,2% hören darüber Musik und 36% interessieren sich für das mobile Internet.

Dazu passt eine Aussage von Phil McKinney, Technikchef der PC-Sparte von Hewlett-Packard, bei Welt Online wonach Laptops bald überflüssig würden. Denn wenn die kleinen mobilen Endgeräte immer mehr Funktionen in sich vereinen, wird für einen Großteil der Bevölkerung unter Umständen gar kein Bedarf mehr für weitere Hardware bestehen. McKinney bezieht sich dabei sehr auf die Arbeitswelt. Für den privaten Gebrauch gilt das aber genauso:

Hinsichtlich der mobilen Musicplayer ist der Speicherplatz bei vielen Mobiltelefonen jetzt schon ausreichend. In Zukunft werden die Kapazitäten weiter zunehmen und die Klangqualität wird sich (hoffentlich) verbessern.

Die Foto-/Videokameras besitzen jetzt schon zu einem Großteil 3 Megapixel und mehr. Auch hier wird sich die Bildqualität sicher in Zukunft weiter verbessern. Der Fokus sollte hier meiner Meinung nach allerdings auf Funktionen wie optischer Zoom, Blitzlicht und Verwacklungsschutz gelegt werden.

Die Bildschirmgröße hat bei einigen Geräten bereits ebenfalls ein Niveau erreicht, das für den Genuss von Videos oder Filmen unterwegs vollkommen ausreichend ist.

Ein richtiger Schub für die – dann wirklich – Multimediacomputer im Taschenformat
wird aber mit der Durchsetzung des mobilen Internet kommen. Zusammen mit SaaS-Lösungen wie einem Online Desktop werden Nutzer dann Zugriff auf ihre kompletten persönlichen Mails, Medien und Textdokumente haben. Selbstverständlich können diese dann auch online bearbeitet, abgespeichert, getauscht oder versandt werden. Wozu also noch einen 1 - 2 Kilo schweres Gerät mit sich herumtragen, dass dazu auch noch sehr stoßempfindlich ist?

Nur hinsichtlich der Tastatur existiert meiner Meinung nach noch keine perfekte Lösung. Touchscreens wie bei dem ein oder anderen Hype-Phone sind meiner Meinung nach für die intensive Nutzung im Internet jedenfalls ungeeignet.

Bündnis gegen Urheberrechtsverletzungen - ohne Google

Freitag, 19. Oktober 2007

Mehrere US-Konzerne, darunter Viacom, Disney, Microsoft und myspace.com haben heute gemeinsame Richtlinien zum Umgang mit nutzergenerierten Inhalten verabschiedet.

Damit wollen sie gegen Urheberrechtsverstöße vorgehen, die Anwender durch die unkontrollierte Veröffentlichung von urheberrechtlich geschützten Inhalten im Internet begehen. Während sich die beteiligten Internetunternehmen verpflichten, wirksame Filter gegen die Verwendung proprietärer Inhalte einzusetzen, verpflichten sich die Medienunternehmen im Gegenzug, auf Klagen zu verzichten, sofern dennoch geschütztes Material im Netz auftauchen sollte.

Google hatte erst am Dienstag ein Filtersystem zur Verhinderung von Urheberrechtsverletzungen vorgestellt. Obwohl der Konzern mit YouTube das derzeit größte Internetportal für nutzergenerierte Inhalte betreibt, gehört er nicht zu den unterzeichnenden Unternehmen. Nach einem Bericht des Wall Street Journal habe Google allerdings sehr wohl mit den anderen Beteiligten über einen Beitritt verhandelt.

Über den Grund, warum Google trotz eines bereits vorhandenen Filtersystems außen vor blieb, lässt sich nur spekulieren. So besteht die Möglichkeit, dass das Vertrauen in das von Google verwendete Schutzprogramm nicht groß genug war. Vielleicht sahen die Rechteinhaber auch lukrative Klagen gegen Google gefährdet, hätte man heute dem YouTube-Betreiber einen zukünftigen Klageverzicht zugesichert. Derzeit führt der Vermarkter für Online-Werbung mit Viacom einen Rechtsstreit über 1 Mrd. US$ wegen Urheberrechtsverletzungen auf seinem Videoportal. Mit NBS Universal und CBS, die heute beide ebenfalls die Richtlinien verabschiedet haben, hatte Google hingegen bereits Lizenzierungsabkommen geschlossen.

Sollen Portale wie myspace oder YouTube in Zukunft aber weiterhin solche Publikumsmagneten bleiben, können deren Betreiber auf die geschützten Inhalte nicht verzichten. Sicherlich ist das ein oder andere Privatvideo auch mal ganz nett anzusehen. Attraktiv ist YouTube für mich
aber, weil ich dort jedes Musikvideo, jeden Trailer und jeden TV-Ausschnitt sehen kann. Und zwar immer genau wann ich will.  Wenn Filtersysteme dies in Zukunft verhindern, werden die Betreiber die entsprechenden Inhalte lizenzieren müssen, oder die Nutzer werden abwandern.

Jetzt bloggen auch die Schwergewichte: Der/Das Daimler Blog

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Seit gestern verfügt nun auch die Daimler AG über einen Unternehmensblog. Laut Christian Fachat von Daimler, sollen die Mitarbeiter den Konzern durch Ihre Beiträge transparenter machen. Kommunikation sei keine Einbahnstraße und lebe vom Austausch. Deswegen wurden alle Leser auch gleich eingeladen, sich mit Ihren Beiträgen intensiv an dem Blog zu beteiligen.

Interessante Feststellung am Rande: Die grammatikalische Gretchenfrage, ob es nun „der“ oder „das“ Blog heißen soll (der Duden erlaubt beide Formen), hat Daimler mit einer geschickten Mouse-over Lösung umgangen. Einfach mal oben rechts auf „Der Daimler Blog“ gehen.

Der Start des Blogs hatte im Vorfeld für jede Menge Aufmerksamkeit gesorgt.

Zu große Transparenz macht in den Augen vieler Unternehmen wohl immer noch angreifbar. Das Risiko sich dabei die Finger zu verbrennen, wollen die meisten Unternehmer hierzulande offenbar vermeiden. Im angelsächsischen Raum ist man da bereits viel weiter. Die Tatsache, dass sich nun ein deutsches Schwergewicht der Weltwirtschaft dazu entschieden hat, einen solchen Blog zu starten, könnte vielleicht den Beginn eines Stimmungswechsels hin zu mehr Kommunikation mit dem Nutzer bedeuten.

Warum eigentlich auch nicht? Schließlich geht es bei einem Unternehmens-Blog nicht darum, Interna über das Internet auszuplaudern. Vielmehr sollen Einblicke in das Leben eines Unternehmens gegeben werden, indem die Nutzer aus erster Hand erfahren, womit sich die Mitarbeiter beschäftigen. So werden die Menschen hinter der Marke oder dem Produkt sichtbar und der Konzern verliert ein Stück seiner Anonymität. Gleichzeitig können die Ausführungen der Mitarbeiter direkt kommentiert werden, was dem Unternehmen hilft, seine Kunden besser zu verstehen.

Wie Christian Fachat richtig sagt: Kommunikation ist keine Einbahnstraße. Vielleicht ziehen in Zukunft ja auch noch andere Konzerne nach.
   

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Die Musikindustrie diskutiert ihre eigene Zukunft - digital music forum west, LA

Dienstag, 16. Oktober 2007

Nachdem ich ja schon bereits in der vergangenen Woche darüber berichtet hatte, wie die Veröffentlichung des neuen Radiohead Albums im Internet alte Strukturen der Musikbranche auf den Kopf stellt, hatte ich heute morgen die Gelegenheit mit unserem Vorstandsvorsitzenden, Jürgen Jaron, über einen Kongress zu sprechen, den er Anfang Oktober in Los Angeles besucht hat.

Auf dem digital music forum west diskutierte die Musikindustrie (bspw. Sony BMG Music, Universal Music, Epic Music) mit verschiedenen Vertretern musiknaher Branchen (bspw. MySpace, Microsoft/Zune, Apple/iTunes, Amazon.com, Motorola, Pandora, iLike, Yahoo!, ZING, AOL, eMusic, imeem, SNOCAP, RealNetworks) über die Zukunft der kommerziellen Musikvermarktung.

Da ich nicht selber anwesend war und auch nicht alle Statements von Jürgen eins zu eins wieder geben kann, werde ich wichtige Aussagen zusammenfassen und nur bei bestimmten Aussagen auf die einzelnen Personen verweisen. Ich bitte aber zu beachten, dass es sich auch dabei nur um sinngemäße Zusammenfassungen handeln kann.

Eingangs des Kongresses wurde zunächst festgestellt, dass der digitale Musikvertrieb wächst. Man sei sich einig darüber, dass er die Zukunft der kommerziellen Musik sei. Derzeit seien die Umsätze im Vertrieb über das Internet aber bei weitem noch nicht in der Lage, die Umsatzrückgänge beim herkömmlichen CD-Verkauf zu kompensieren. Insgesamt sieht sich die Musikindustrie also auch weiterhin mit rückläufigen Umsätzen konfrontiert. Insoweit also erst mal nichts neues.

Bei der Podiumsdiskussion "top digital media trends" wurde dann aber eine erstaunlich deutliche Einschätzung abgegeben. So sagte David Goldberg von Benchmark Capital, dass man sich ein für alle Mal für von den klassischen Modellen des Musikvertriebs verabschieden müsse. In Zeiten von P2P-Netzwerken und Festplattensharing könne der althergebrachte Vertrieb von CDs in absehbarer Zeit nicht mehr funktionieren. Im übrigen werde insbesondere auch das DRM-Format keine Zukunft mehr haben. Die Erfahrungen zeigten einfach, dass diese vom Kunden nicht angenommen würden. In das gleiche Horn stieß auch Scott A. Reilly. Er berichtete über den neuen Amazon-Musikshop, der ausschließlich DRM-freie Musik vertreibt. Seiner Meinung nach könne nur zählen, was der Kunde will und das seien eben DRM-freie MP3s. Alle Diskussionsteilnehmer, waren sich insoweit einig, dass selbst die Major Labels, die derzeit noch an DRM festhalten, diese Haltung schon sehr bald aufgeben würden.

Weiterhin bestand weitestgehend Einigkeit darüber, dass Musik alleine in Zukunft nicht mehr dazu reichen würde, nennenswerte Umsätze zu generieren. Dies brachte bei einigen Teilnehmern die Frage auf, inwiefern die Musikindustrie in ihrer jetzigen Form überhaupt noch eine Daseinsberechtigung habe.

Die Antwort hierauf versuchte Thomas Hesse von Sony/BMG in seiner Keynote zu geben. Er führte aus, dass beim digitalen Vertrieb über ein effizientes CRM in Zukunft wesentlich stärker auf die einzelnen Bedürfnisse der Kunden eingegangen werden könnte.  Es müssten Pakete geschnürt werden, bei denen Musik bspw. mit Ringtones, Wallpapers oder Konzerttickets kombiniert wird. Hier stehe man erst am Anfang und es gebe noch viele neue Vermarkungsmöglichkeiten zu entdecken.  Um die Vielzahl der verschiedenen Businessmodelle zu erarbeiten und zu wissen, was man welchen Kunden wann und wie anbieten könne, werde ein professioneller Vermarktungsapparat benötigt. Zu diesem werde sich die Musikindustrie entwickeln, auch wenn dieser Prozess erst noch erlernt werden müsse.

Viele der hier geschilderten Standpunkte sind sicherlich aus einschlägigen Foren und Blogs bekannt. Ich finde es nur interessant, dass die Industrie die Dinge mittlerweile wohl ähnlich sieht und versucht entsprechend zu reagieren. Schließlich schien noch bis vor kurzem nur die bedingungslose Pirateriebekämpfung das einzige Allheilmittel zu sein.

Die kommerzielle Vermarktung von Musik steht vor einem gewaltigen Umbruch. Ob deswegen aber auch das baldige Ende der Musikindustrie bevorsteht, wie einige es immer wieder propagieren, wage ich zu bezweifeln. Meiner Meinung nach wird auch in Zukunft weiterhin ein Bedürfniss für eine professionelle Vorauswahl bestehen, die aus dem riesigen Angebot die Künstler herausfiltert, die etwas besonderes zu bieten haben. Um diesen Musikern die Möglichkeit einer Vermarktung über die Grenzen des Internet hinaus zu bieten, bedarf es einer gewissen wirtschaftlichen Stärke, die sich wiederum nur aus professionellen Geschäftsmodellen ergeben kann. Ob die jetzigen Majors diese Funktion erfüllen werden oder ob andere die digitale Vermarktung von Musik besser ausfüllen werden und an ihre Stelle treten, steht auf einem ganz anderen Blatt.  Wer derartig vermarktete Musik - aus welchen Gründen auch immer - nicht  hören will, wird es aber in Zukunft immer einfacher haben, im Internet genügend nicht-kommerzielle Alternativen finden.

Kommerzielle Musikdownloads oder kostenlose Verteilung?

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Eigentlich ist Musik ja Sholly’s Bereich, aber da es hier um die wirtschafltichen Aspekte von Musik geht, wollte ich auch mal meinen Senf dazu abgeben. Insbesondere weil sich auch neue Projekte von MAGIX mit der hier angesprochenen Thematik befassen.

Heute gab es gleich zwei Meldungen, die die Musikindustrie brennend interessieren dürften:

Die erste Meldung stammt von der GfK Media Control und besagt, dass die Zahl der kommerziellen Downloads um 37% gestiegen ist.

Der Siegeszug des digitalen Musikvertriebs hält also weiter an und ist offenbar immer mehr in der Lage sich als ernst zu nehmende Alternative zu den illegalen Tauschbörsen zu etablieren. Aber wie bringt man die Nutzer überhaupt dazu, Musik im Internet zu kaufen, wenn sie die gleichen Stücke auch umsonst aus dem Internet herunter laden können?

In der Theorie ist die Lösung dieser Frage äußerst simpel: Wenn das Produkt jeweils identisch ist, kann nur die mit dem Kauf verbundene Dienstleistung ausschlaggebend sein. Nur wenn sie dem Kunden so viel wert ist, dass er bereit ist, den geforderten Betrag zu bezahlen anstatt illegale P2P-Netzwerke zu durchforsten, kann der kommerzielle Musikvertrieb über das Internet funktionieren.

In der Praxis wird dieses Problem meiner Meinung nach von zwei wesentlichen Faktoren bestimmt:

Zunächst einmal muss die Kaufvariante dem Kunden den Weg zum gewünschten Stück so bequem wie möglich machen. Das erfordert einen umfangreichen Backkatalog und eine gute Erreichbarkeit, um Impulskäufe zu jeder Gelegenheit tätigen zu können. Hier haben die Vertriebe von digitaler Musik in den letzten Jahren viel Boden gut gemacht, was sicherlich auch an der Schließung zahlreicher Tauschbörsen liegt.

Gefördert wird die Bereitschaft, für legal erworbene Musik Geld zu bezahlen, aber auch durch ein positives Kauferlebnis.

Vielleicht erinnert sich ja der ein oder andere noch daran, wie es ist, eine CD oder gar eine Schallplatte im Laden zu kaufen? Ein Großteil der Kunden sucht nicht immer unbedingt gezielt nach einem bestimmten Tonträger. Vielmehr werden diese oft erst beim Stöbern durch das Repertoire entdeckt. Ob ich aber als Kunde in einem Geschäft gerne nach Musik suche, hängt von Faktoren wie einer angenehmen Atmosphäre, vorhandenen Vorhörmöglichkeiten, den Fachkenntnissen des Personals oder der Sortierung der Tonträger ab. Stimmt hier das Gesamtbild, finde ich in dem Geschäft also Spaß daran, Zeit mit dem Suchen nach Musik zu verbringen, ist die Chance auch groß, dass ich erneut dort kaufen werde.

Gleiches gilt für die Online-Musikshops. Auch sie müssen dem Kunden ein Kauferlebnis bieten, dass ihn dazu bringt, nicht nur Impulskäufe zu tätigen, sondern länger auf dem Portal zu verweilen. Soziale Netzwerke, in denen man sich mit anderen Musikliebhabern über Bands oder Playlists austauschen kann, können hier sicherlich hilfreich sein. Eine effektive Suche kombiniert mit schlüssigen Anregungen für neue Käufe dürfte ein weiterer Schlüssel zum Erfolg sein.

Was das Kauferlebnis angeht, leistet Apple mit Itunes als derzeit erfolgreichstem Musikshop wie so oft Pionierarbeit. Dennoch sehe ich diesbezüglich insgesamt noch sehr viel Entwicklungspotential.

Goldene Zeiten also für den kommerziellen Musikvertrieb? Sollte man meinen, wäre da nicht die zweite Meldung, die sich ebenfalls auf den legalen Erwerb von Musik über das Internet bezieht.

Die britische Band Radiohead vertreibt seid gestern ihr neuestes Album kostenlos über das Internet. Die Nutzer werden durch keinen Kopierschutz beschränkt und können zudem selbst entscheiden, ob und wie viel sie für die insgesamt 10 Stücke bezahlen wollen. Laut einer Umfrage des Newsletters Record of the day haben gut zwei Drittel der Fans für das herunter geladene Album bezahlt. Der durchschnittliche Kaufpreis habe bei 4 GBP gelegen. Sollte sich dieser Trend bestätigen, dürfte das Experiment wohl als geglückt anzusehen sein, denn der Erlös pro verkauftem Album übertrifft die in der Musikindustrie übliche Beteiligung einer Band bei weitem. Künstler wie Jamiroquai und Oasis haben bereits ähnliche Projekte angekündigt.

Diese Meldung macht eines ganz deutlich: Selbst wenn sich das von Radiohead genutzte Prinzip der freiwilligen Spende nicht durchsetzt, können Künstler ihre Musik heute einfach und bequem selbst vermarkten und dabei praktisch die ganze Welt erreichen. Für den Erfolg eines Künstlers ist also nicht mehr zwingend die Unterstützung eines Plattenlabels notwendig. Vielmehr kann der Musiker über die viralen Effekte des Internets ein Millionenpublikum selbst direkt ansprechen.

Auch für den Direktvertrieb wird es daher aber enorm wichtig sein, dass die Nutzer innovative Möglichkeiten zum Finden von neuer Musik zur Verfügung haben. Wie sonst sollen sie auf noch unbekannte Künstler aufmerksam werden?

Und hier kommt MAGIX mit ins Spiel. Wie Eingangs schon erwähnt, beschäftige ich mich nicht nur rein interessehalber mit den Entwicklungen des Online-Musikvertriebs. Mit der vom Fraunhofer IDMT entwickelten AudioID-Technologie will MAGIX in den kommenden Jahren den Genuss von Musik über das Internet wesentlich verbessern. AudioID vereinfacht das Identifizieren von Musik und ermöglicht automatisierte Ähnlichkeitsempfehlungen, die allein aus den musikalischen Parametern eines Referenzstücks errechnet werden. Sholly wird hier zu diesem echt spannenden Thema sicherlich noch des Öfteren Stellung nehmen.