Männersachen
Oder: Such den Künstler! Samstag nachmittag am Berliner Hauptbahnhof, Gleis 2. Auf dem proppenvollen Bahnsteig wartete ich grad auf verwandtschaftlichen Besuch aus dem Norden, als mir zwei geschniegelte junge Herren im Anzug auffielen, die sichtlich bemüht waren, einen souveränen Eindruck zwischen den zig wuselnden Reisenden zu machen.
Bei Ankunft des ICE wurde deutlich, warum: Die Beiden waren offenbar die Hotel-Eskorte für den anreisenden Sänger Roger Cicero, der am Abend ein Konzert im Schiller Theater geben sollte, heißt: wenn er denn überhaupt dort angekommen ist ...

Vielleicht auch eine Männersache, hat aber mit dem Artikel rein gar nichts zu tun 
Diskret hielt einer der Beiden ein sorgfältig laminiertes Schild mit dem Namen des Künstlers vor der Brust, während sein Kompagnon den Bahnsteig mit suchendem Blick abgraste. So schob sich das Gespann durch die Menge, offensichtlich ohne rechte Ahnung, aus welchem Wagen ihr Schutzbefohlener aussteigen würde.
Als ich meinen Besuch nach kurzer Zeit ausfindig gemacht hatte, schob das Duo gerade zum dritten Mal an mir vorbei, mittlerweile mit weit weniger souveräner Miene. Hatte da etwa jemand den Star verpasst?!
Gut amüsiert über den scheinbar ungenügend organisierten Empfang zog ich mit meinem Besuch von dannen. Wie's der Zufall wollte, bekam ich von eben jenem Besuch das aktuelle Album "Männersachen" vom Herrn Cicero geschenkt. Ein fantastisches Werk, welches mit seinen geistreichen deutschen (!) Texten und eingängigen Swing-Melodien zu begeistern weiß.
Ob mit "Roger's kleiner Charmeur-Schule" oder seiner Hommage an das erste Auto, Cicero's Album brilliert (in meinen Augen bzw. Ohren) auf ganzer Linie. Also: Wer Big Band Jazz mag, dem sei dieser Tonträger wärmstens an's Herz gelegt!
Blogger Viddy schreibt in seiner musiccorner:
Ein Album zum Durchhören, zum swingen, zum lieben. Danke Roger Cicero.
Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Außer vielleicht dem hoffnungsvollen Gruß, dass er es auch noch pünktlich zu seinem Konzert geschafft haben möge.





Also, was ich so jetzt probegehört habe war nicht so berauschend. Ich glaube mir würde das erste Lied reichen, das finde ich ganz fetzig, aber alles andere ist nicht wirklich soviel anders,als dass ich mir das Album besorgen würde. Naja Geschmackssache.