Und eine Flatrate wird kommen...
Die altbekannten Vermarktungsformen der Musikindustrie scheinen immer mehr der Vergangenheit anzugehören.
So verhandelt Apple derzeit mit der Musikindustrie über ein „radikal neues“ Geschäftsmodell, wonach Nutzer von iPod und iPhone gegen einen Preisaufschlag unbegrenzten Zugang zur Itunes Bibliothek bekommen sollen. Das dieses Modell nicht ganz so radikal neu ist, zeigt die Tatsache, dass Nokia bereits mit Universal einen Vertrag geschlossen hat, wonach für bestimmte Endgeräte 80 US$ gezahlt werden sollen. Im Gegenzug können die Nutzer dieser Telefone unbegrenzt auf die Inhalte des Labels zugreifen. Bei den Finnen bemüht man sich derzeit darum, nun auch die anderen Majors ins Boot zu holen. O2 bietet im Übrigen schon seit einiger Zeit Verträge mit einer Napster-Flatrate an.
In Zeiten der Flatrates für’s Festnetz, den Mobilfunk und das stationäre bzw. mobile Internet scheint das Angebot einer Musikflatrate also schlüssig und überhaupt nicht mehr abwegig. Der Nutzer kann seine Abspiellisten dezentral speichern. Musik wird nur noch im downstream angehört und ist dafür überall verfügbar. Gleichzeitig hat der Kunde einfach und legal Zugriff auf eine sehr große, oder im Idealfall die komplette Auswahl von Musik. Bei den immer „interessanter“ werdenden Vorschlägen für die Bestrafung von Musikpiraterie könnte dies für viele ein zusätzlicher Anreiz sein.
Die Auswirkung dieser Entwicklung auf die Musiklandschaft bleibt abzuwarten. Meiner Meinung nach hat gute Musik hat ihren Preis. Je weniger dazu bereit sind, diesen Preis zu zahlen, desto mehr massenkompatibler Einheitsbrei wird den Kunden serviert werden.





Auch ich war ein wenig fasziniert davon, dass die Musikbranche so tut, als sei die Faltrate ein Novum, gar eine Revolution. Napster betreibt dieses Modell seit Jahren - mit bisher geringem Erfolg.
Einen Einwand habe ich trotzdem: "Je weniger dazu bereit sind, diesen Preis zu zahlen, desto mehr massenkompatibler Einheitsbrei wird den Kunden serviert werden." Das ist nicht zwangsläufig, sondern ein Argument der Musik-Branche. Je weniger Leute für Musik zu zahlen bereit sind, desto mehr muss ich als Musik um die Gunst der Zahlenden kämpfen. Heißt also: Desto mehr Qualität muss ich bieten.
ich seh das ähnlich wie Sachar. Sobald die Flatrate da ist. wird mit sicherheit angefangen..bestimmte alben aus dem Standard Flatrate angebot , aufgrund der begehrtheit auszuschließen, und schwups er gibts sich ein weiteres Model....
Flatrates für einzelne Musikgenres oder Künstlers. Liefert der Künstler keine gute und von Konsumenten geschätzte Musik, kommt der Künstler in den Basic Flatrate Topf und bekommt nur die Standard Konditionen.
Mal sehen was kommt...
Da gebe ich Dir Recht. Die Frage ist allerdings, wer diese "Qualität" definiert. Und in Zeiten des Internet ist dies meiner Meinung nach eindeutig die Masse.
Wenn immer mehr Leute wenig bis gar nichts für Musik zahlen, benötigst Du als Künstler immer mehr Fans, um Dich über Wasser halten zu können. Mehr Fans ansprechen zu müssen, heißt, sich immer stärker dem Massengeschmack und dem Konsumverhalten anpassen zu müssen. Es gibt jedoch Musik, die einem nicht unbedingt auf Anhieb, sondern erst beim zweiten oder dritten Hören gefällt. Trotzdem - oder gerade deswegen - handelt es sich aber um anspruchsvolle Musik. Solche Künstler werden es in Zukunft schwer haben, wenn bzw. weil Sie nicht eingängige Titel für den schnellen Konsum produzieren.
"Mehr Fans ansprechen zu müssen, heißt, sich immer stärker dem Massengeschmack und dem Konsumverhalten anpassen zu müssen."
Kann man auch anders sehen. Um aus der Masse herauszustechen, muss man sich von der Masse abheben.
wahrscheinlich eher so....das was masse ist (viel verkauft), ist auch meistens besonders....bzw. hebt sich ab...durch was auch immer...
siehe amy winehouse, tokio hotel, DJ ötzi, bushido,
Sehe ich ganz genauso, wie Ihr. Der erste Schlüssel zum Erfolg ist, aufzufallen.
Aber ob das, was wegen irgendeiner Besonderheit aus der Masse hervorsticht, wirklich Qualität darstellt, halte ich für fragwürdig. Einige der von Georg genannten Künstler sind doch hervorragende Beispiele dafür.
Ich gönne diesen "Künstlern" auch ihren finanziellen Erfolg, fürchte aber, dass Musikern, die ein weniger beachtetes Genre wesentlich anspruchsvoller bedienen, durch die Flatrates in Zukunft sehr viel schlechter da stehen werden.
Aber vielleicht werden ja gerade diese Künstler das Internet nutzen können, um sich selbst viel besser zu vermarkten, als es ein Label je könnte...
aus der menge der unbekannten herrausstechen tut man durch gute musik oder sonst etwas besonders...dafür waren die beispiel...nicht für qualität...
> Und eine Flatrate wird kommen...
tsss... ich habe Napster seit dem Start in DE Ende 2005... Astreine Sache!
Da bist Du aber einer von Wenigen. Erfolgreich ist Napster damit nicht. Daher auch die ständigen Übernahme-Gerüchte.
Was mich interessiert: Wie möchte iTunes mit einem Abo-Modell Künstler künftig entlohnen? Nach Verkaufszahlen geht ja nicht.
Ich gehe davon aus, dass die Vergütung zunächst (!) weiter über die Majors laufen wird, die derzeit Ihre Kataloge den Betreibern der Online-Shops anbieten.
Sony hat gestern übrigens auch eine Flatrate angekündigt: http://de.internet.com/index.php?id=2055335...
Ja, aber wie möchte zum Beispiel Sony die Künstler vergüten? Die bekommen ja auch eine Umsatzbeteiligung...
Na zum Beispiel, dass bei jedem Nutzer dieser Flatrate am Ende jedes Monats geschaut wird, was bzw. wie viele Songs hat er/sie von welchem Künstler runtergeladen. Der Beitrag für die Flatrate (oder zumindest ein Teil davon) wird dann danach an die jeweiligen Künstler verteilt. Am Ende bekommen die dann wahrscheinlich jeweils ein paar Cent pro User...
na, per Download. Ist gibt zwar eine Flatrate dennoch können ja downloadzahlen getrackt werden. das kann man dann sicher in prozente oder beteiligungen umrechnen:
Bsp: 1000 Downloads = 100 € Vergütung.... was weiß ich...
Klingt für mich aber insofern nicht überzeugend, als dass dann den kleinen Künstlern wirklich die finanzielle Grundlage genommen wird.
Und außerdem stellt sich dann die Frage, wozu man dann überhaupt noch Labels braucht. Der Distributionsweg ist dann für alle Künstler eh gleich. Dann geht es wirklich nur noch um Promo und Marketing.
Ihr merkt: Mich überzeugt dieses Flatrate-Modell nicht. Gar nicht.
Ich bin da auch nicht so überzeugt davon.
Klingeltöne lassen sich immer schwerer vermarkten, was aktuelle Zahlen belegen und da lassen sich die Unterhaltungskonzerne etwas einfallen, ob sich das im Endeffekt für den Musikliebhaber rechnet, sei dahin gestellt!
das ist für mich nur eine frage des richtigen marketings. jedem, den ich es bisher gezeigt habe, ist begeistert und meist auch kunde geworden. idee, umsetzung und preis passen halt.
Was mich interessieren würde: Wie sieht es mit der Abdeckung aus? Gibt es dort praktisch alles, oder trifft man schnell auf Grenzen, wenn man Abseits des Mainstream Musik hören will? Was ist z.B. mit Jazz oder Klassik?
das ist es ja gerade - diese frage stellt mir jeder, und jeden lasse ich dann mal 2-3 interpreten eingeben (von denen ich meist selbst noch nie was gehört habe) und prompt spuckt napster da alben & tracks aus.

jede woche werden etliche neue reingestellt, so dass es sich auch lohnt, ab und an seine gewissen interpreten abzuklappern, wenn mal das ein oder andere album fehlte. leider werden auch ab und an scheinbar tracks entfernt (aber eher selten). und alle stehen dann nur noch mit offenem mund da.
laut website sind derzeit über 5 mio songs drin, start war mE bei 2 mio rum!
einfach mal downloaden, gibt ja ne trial-phase von ein paar tagen. unter http://napster.de/search_music.html... kann man auch rudimentär nach artisten suchen.
Nachtrag: es gibt auch Hörbücher oder Comedy-CD's usw... Also wirklich alles mögliche
Also, ich war bei Napster und schwer genervt, dass die CDs, die mir am Herzen liegen, den Weg zu Napster nicht gefunden haben.
wie ich schrubbte: dann vermutlich einfach nur "noch" nicht!