Microsoft will ins Internet
Nachdem Microsoft bereits vergangene Woche mit dem Erwerb von Anteilen an dem sozialen Netzwerk Facebook für Furore gesorgt hatte, kündigte der Bill-Gates-Konzern gestern den nächsten Schritt zur Eroberung des Internet an. Jeff Raikes, Leiter der Business und Serversparte, sagte im Gespräch mit dem Handelsblatt, dass Microsoft in den kommenden Monaten insbesondere das Angebot für Software as a Service (SaaS) ausbauen wolle. Da man für das Massengeschäft bereits die "Live"-Dienste gestartet habe, sollten bei den SaaS-Angeboten insbesondere die Geschäftskunden im Mittelpunkt stehen.
Obwohl – oder vielleicht gerade weil – Microsoft derzeit Rekordergebnisse erzielt, muss der Konzern seine Präsenz im Internet ausbauen. Im Vergleich zum Internetdienstleister Google gehört Microsoft mit seiner grundsätzlichen Ausrichtung auf stationär installierte Software ja praktisch zur Old Economy des Computerzeitalters. Da zukünftig aber immer mehr Funktionen dezentral über das Internet verfügbar sein werden, droht mittelfristig eine der Haupteinnahmequellen von MS zu versiegen. Mit webtops wie myGOYA lassen sich ja bereits heute die wichtigsten Funktionen eines Betriebssystems über das Internet abdecken.
Es bleibt abzuwarten, was den vollmundigen Versprechungen folgen wird. Auch wenn Jeff Raikes es als ein solches vorstellt: Ich finde, Live stellt derzeit noch kein ernst gemeintes Angebot für den Massenmarkt dar.
Insofern ist es meiner Meinung nach richtig, das Microsoft seine Bemühungen bei den Internetdiensten zunächst auf die Geschäftskunden ausrichten will. Sie setzen auf Kontinuität und sind nicht so leicht zu einem Wechsel des Dienstleisters zu bewegen. Anders als die Konkurrenz kann Microsoft seinen Kunden in diesem Bereich viele verschiedene Dienstleistungen aus einer Hand bieten. Schon allein aufgrund der vorhandenen direkten Kundenkontakte hat das Unternehmen aus Redmond hier einen enormen Vorteil gegenüber den meisten Wettbewerbern.


