Geiselnahme in Berliner U-Bahn

Hinweis: Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag*

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Berlin-Mitte: Mitten im Berufsverkehr um 8:40 Uhr kam es heute morgen zu einer dramatischen Geiselnahme im Berliner Untergrund. Eine junge Frau (Mitte 20) hatte versucht nach Ertönen des Warnsignals in den U-Bahn-Waggon einzudringen. Der bereits angefahrene Zug stoppte abrupt und die junge Frau stieg ein.

Was sich in den folgenden Minuten abspielte ist unbeschreiblich: Etwas außer Atem setzte sich die Zugestiegene auf einen freien Platz in mitten der wartenden Pendler, als eine Lautsprecherdurchsage das allgemeine Schweigen durchbrach.

„Die Frau, die eben zugestiegen ist, steigt umgehend wieder aus. Vorher fahren wir nicht weiter!“

 

Was passiert war wusste keiner der Anwesenden. Nur die Übeltäterin, die die Durchsage mit einem herzhaften „Scheiße“ kommentierte, wusste wohl, um was es ging: Sie stand auf und stieg wieder aus.

Kurze Zeit später eine erneute Durchsage:

„Wir bleiben hier so lange stehen, bis die Frau wieder aussteigt.“


Einer der Fahrgäste rief in Richtung Triebwagen, dass die Frau schon lange ausgestiegen sei. Offensichtlich sah der U-Bahn Fahrer dies nicht. Denn es folgte wieder eine Durchsage:

„Ich habe Zeit.“

Mit diesen Worten stellte er die U-Bahn auf Standby. Es wurde ruhig. Zumindest einen Moment lang, denn Sekunden danach redeten die Fahrgäste wild durcheinander. Ab und an rief einer auch nach vorn, es solle nun endlich weitergehen. Aber es geschah nichts.

Zwischenzeitlich stiegen weitere Menschen zu, sodass es langsam im letzten Waggon voll wurde. Dann ein Knacken im Lautsprecher, eine Durchsage:

„Ich komme jetzt nach hinten und werde die Frau selbst rausschmeißen müssen.“

Kurze Zeit später stand der Zugführer nebst zweitem BVG-Mitarbeiter am letzten Waggon. Es machte nicht den Anschein, als würden sie ernsthaft nach der Frau suchen. Einer der beiden fummelte ständig an seinem Funkgerät herum. Der andere diskutierte mit den aufgebrachten Fahrgästen, die nun schon mehr als 5 Minuten im Waggon festsaßen.

 „Sicherheitsbestimmungen…“, imitierte einer der Fahrgäste den Zugführer, „das sind keine Sicherheitsbestimmungen, das ist Willkür. Das ist eine Geiselnahme von 300 Menschen, die nichts getan haben.“

Die Sturheit der BVG-Offiziellen ließ sich auch durch Kindergeschrei oder eindringliches Bitten einer jungen Frau nicht umgehen.

„Mein Kind muss bis um 9:00 Uhr im Kindergarten sein.“ - „Ich darf nicht zu spät ins Büro kommen.“

Keine der Bitten fand Gehör. Die Frage nach einer Bescheinigung der betriebsbedingten Verzögerung für den Arbeitgeber wurde abgewiesen. Der Chef solle doch einfach in der Zentrale anrufen, dort werde man diesen Zwischenfall bestätigen können.

Langsam wurden die Fahrgäste wütend. Der eine Bahn-Angestellte fummelte noch immer an seinem Funkgerät herum, während sein Kollege den Waggon inspizierte.

Erst als ein Bauarbeiter, der auch in der U-Bahn festsaß, mit energischem Unterton ankündigte, dass es bei weiterer Verzögerung "Stress geben" würde, zogen die beiden BVG’ler ab.

Keine Durchsage mehr.

„Zürückbleiben bitte!“

*Warnsignal*

Weiterfahrt.

So in etwa spielte sich die Szene heute früh in der U-Bahn ab. Schade eigentlich, dass der Weg ins Büro mit dem Rad zu weit ist.

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*Autor: C.M.L.
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Kommentare

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  1. Rauchblog schreibt:

    dickes Ding!
    muss aber doch sagen die meisten BVGler sind ganz in Ordnung, ich würde ja gerne mal die Geschichten lesen die ein BVG Blog so hergeben würde.

  2. cml schreibt:

    das kannst du laut sagen.
    Klar mögen die meisten BVG-Mitarbeiter i.O. sein, aber das was die sich gestern geleistet haben, darf nicht passieren. In jedem Dienstleistungsunternehmen wären die beiden rausgeflogen. Kunden mit soviel Arroganz und Sturheit gegenüberzutreten ist einfach untragbar.

  3. Ich schreibt:

    der typ gehört gefeuert!

    ich find dieses "reingerenne" zwar auch nicht ok, aber das was der bvg'ler da gemacht hat bzgl der verzögerung - die dann auf den ganzen tag hinaus richtig krasse auswirkungen hat - finde ich echt sehr dreist und typisch für viele bvg'ler, auch wenn nicht durch diese art ausgedrückt, sondern eher durch bummeln, schlechter laune usw...

  4. Ungeheuer schreibt:

    Eindeutige Kompetenzüberschreitung von BVG Leuten, die sich hier zu Hilfssheriffs aufspielen.
    Man hätte die Polizei einschalten sollen.
    Es gab keinen Grund einen Fahrgast aus der U-Bahn zu werfen.
    Scheinbar hätten diese BVG'er die Frau auch noch angefasst.
    Wäre mir das pasiert, würde die Sache vorm Gericht enden.
    Weiss die BVG schon davon?

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