Druckvolle - Gitarren - wie geht das ?

Dienstag, 30. Oktober 2007

In meiner Funktion als Teamleader des Magix Audio Content Departments und Leiter des Magix Tonstudios treffe ich täglich auf viele Musiker.Einige davon sind seit vielen Jahren Profis, andere dagegen fangen gerade erst an sich mit der Materie Musikproduktion zu befassen. Als neuer Author des MAGIX Blogs möchten mein Team und ich, euch gerne ein paar Tipps und Tricks geben,wie wir die ein oder andere Aufgabenstellung im Studio bewerkstelligen oder Euch ein paar Hilfestellungen geben, wie die „alten Hasen“ arbeiten. Unter dem Autorennamen „Audiodepartment“ findet Ihr also in Zukunft immer interessante Artikel zum Thema Studio und Musikproduktion.





(Daniel - Dag - Michael  - Benjamin  - Bernard)

In der letzten Zeit werde ich immer wieder gefragt, wie man druckvolleund harte Gitarrentracks aufnimmt - und welche Geräte man dafür benötigt.

Ganz häufig bekomme ich dann zu hören:"Ich habe dieses oder jenes Equipment und damit funktioniert es nicht - was soll ich mir kaufen"

Natürlich ist es toll die Gitarre - z.B. ESP (Rammstein, Soulfly, System of a Dawn oder Metallica benutzen die, um nur einige zu nennen), über einen fetten Marshall Amp abzunehmen. Aber ohne das nötige Know How klingt die Aufnahme hinterher kein bisschen fetter, als wenn man eine Aldi Gitarre und einen Aldi Amp benutzt hätte.

Über den Aufnahme Raum, die passenden Mikrofone, die analoge Konsole und die Studer 2 Zoll Maschine fange ich lieber gar nicht erst an zu sprechen. Ein paar Tipps und Tricks und die richtige Technik beim Bearbeiten bringen einen oft viel weit als ein sündhaft teurer Gerätepark.

Sehr häufig habe ich beispielsweise erlebt, dass unerfahrene- oder Hobby Musiker glaube je mehr Verzerrung sie reindrehen, desto fetter wird die Gitarrenspur im Mix. Das ist leider falsch, denn anstatt fetter wird der Track nur verwaschener, matschiger und undurchsichtiger. Der Druck und die Transparenz gehen verloren.

Hier gilt wirklich - weniger ist mehr.

Der Druck und die Härte kommen tatsächlich nicht über eine exzessive Verzerrung oder übe auf wundersame Art modifizierte Amps zustande. Viel wichtiger ist ein sauberes Einspielen oder eine genaue Nachbearbeitung der Elemente Drums, Bass und Gitarre.Auf den Punkt gespielt muss es sein, damit der Druck entsteht.

Wer nicht so perfekt und timinggenau einspielen kann, der muss eben hinterher in der Nachbearbeitung ran, die Gitarren sauber zerschneiden und neu auf die Drums anlegen. Je genauer und sorgfältiger man das macht, desto besser klingt am Ende auch die Gitarrenspur.

Damit die Gitarren dann auch noch richtig breit und nach "Wall of Sound" klingen ist es wichtig, sie zu doppeln. Dazu muss man die gesamte Gitarrenspur ein zweites Mal einspielen. (Achtung: die Spur einfach zu kopieren funktioniert leider nicht)

Mit dem richtigen LR Panning der beiden Spuren und ein wenig Übung bekommt man dann auch mit einfachem Equipment erstaunliche Resultate hin.

Und wer dann doch mal ein paar Euro investieren möchte, dem empfehle ich den Guitar Rig von Native Instruments. Damit bekommt man sehr schnell tolle Ergebnisse und das Plug In lässt sich ganz einfach in alle gängigen Sequencerprogramme wie Samplitude, MusicStudio, Music Maker, Cubase, Logic und anderen Hosts einbinden.

Hier noch ein paar Tipps:

 



  • - härtere Plektren sorgen für einen aggressiveren Anschlag

  • - kleine bis mittlere Verzerrgrade sorgen für bessere Transparenz,

  • - Präzision im Spiel und eine sorgfältige Nachbearbeitung sorgen für den Druck

  • - gedoppelte Aufnahmen sorgen für die Breite im Mix.


Probiert`s doch einfach mal aus bevor Ihr viel Geld für teures Equipment ausgebt. Und wenn Ihr dann mit Euren Möglichkeiten fette Gitarrenspuren gemacht habt, dann leistet Euch auch mal was schönes - zum Beispiel eine neue Gitarre

Viel Erfolg wünscht Michael Rubner ;-)

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Die Musikindustrie diskutiert ihre eigene Zukunft - digital music forum west, LA

Dienstag, 16. Oktober 2007

Nachdem ich ja schon bereits in der vergangenen Woche darüber berichtet hatte, wie die Veröffentlichung des neuen Radiohead Albums im Internet alte Strukturen der Musikbranche auf den Kopf stellt, hatte ich heute morgen die Gelegenheit mit unserem Vorstandsvorsitzenden, Jürgen Jaron, über einen Kongress zu sprechen, den er Anfang Oktober in Los Angeles besucht hat.

Auf dem digital music forum west diskutierte die Musikindustrie (bspw. Sony BMG Music, Universal Music, Epic Music) mit verschiedenen Vertretern musiknaher Branchen (bspw. MySpace, Microsoft/Zune, Apple/iTunes, Amazon.com, Motorola, Pandora, iLike, Yahoo!, ZING, AOL, eMusic, imeem, SNOCAP, RealNetworks) über die Zukunft der kommerziellen Musikvermarktung.

Da ich nicht selber anwesend war und auch nicht alle Statements von Jürgen eins zu eins wieder geben kann, werde ich wichtige Aussagen zusammenfassen und nur bei bestimmten Aussagen auf die einzelnen Personen verweisen. Ich bitte aber zu beachten, dass es sich auch dabei nur um sinngemäße Zusammenfassungen handeln kann.

Eingangs des Kongresses wurde zunächst festgestellt, dass der digitale Musikvertrieb wächst. Man sei sich einig darüber, dass er die Zukunft der kommerziellen Musik sei. Derzeit seien die Umsätze im Vertrieb über das Internet aber bei weitem noch nicht in der Lage, die Umsatzrückgänge beim herkömmlichen CD-Verkauf zu kompensieren. Insgesamt sieht sich die Musikindustrie also auch weiterhin mit rückläufigen Umsätzen konfrontiert. Insoweit also erst mal nichts neues.

Bei der Podiumsdiskussion "top digital media trends" wurde dann aber eine erstaunlich deutliche Einschätzung abgegeben. So sagte David Goldberg von Benchmark Capital, dass man sich ein für alle Mal für von den klassischen Modellen des Musikvertriebs verabschieden müsse. In Zeiten von P2P-Netzwerken und Festplattensharing könne der althergebrachte Vertrieb von CDs in absehbarer Zeit nicht mehr funktionieren. Im übrigen werde insbesondere auch das DRM-Format keine Zukunft mehr haben. Die Erfahrungen zeigten einfach, dass diese vom Kunden nicht angenommen würden. In das gleiche Horn stieß auch Scott A. Reilly. Er berichtete über den neuen Amazon-Musikshop, der ausschließlich DRM-freie Musik vertreibt. Seiner Meinung nach könne nur zählen, was der Kunde will und das seien eben DRM-freie MP3s. Alle Diskussionsteilnehmer, waren sich insoweit einig, dass selbst die Major Labels, die derzeit noch an DRM festhalten, diese Haltung schon sehr bald aufgeben würden.

Weiterhin bestand weitestgehend Einigkeit darüber, dass Musik alleine in Zukunft nicht mehr dazu reichen würde, nennenswerte Umsätze zu generieren. Dies brachte bei einigen Teilnehmern die Frage auf, inwiefern die Musikindustrie in ihrer jetzigen Form überhaupt noch eine Daseinsberechtigung habe.

Die Antwort hierauf versuchte Thomas Hesse von Sony/BMG in seiner Keynote zu geben. Er führte aus, dass beim digitalen Vertrieb über ein effizientes CRM in Zukunft wesentlich stärker auf die einzelnen Bedürfnisse der Kunden eingegangen werden könnte.  Es müssten Pakete geschnürt werden, bei denen Musik bspw. mit Ringtones, Wallpapers oder Konzerttickets kombiniert wird. Hier stehe man erst am Anfang und es gebe noch viele neue Vermarkungsmöglichkeiten zu entdecken.  Um die Vielzahl der verschiedenen Businessmodelle zu erarbeiten und zu wissen, was man welchen Kunden wann und wie anbieten könne, werde ein professioneller Vermarktungsapparat benötigt. Zu diesem werde sich die Musikindustrie entwickeln, auch wenn dieser Prozess erst noch erlernt werden müsse.

Viele der hier geschilderten Standpunkte sind sicherlich aus einschlägigen Foren und Blogs bekannt. Ich finde es nur interessant, dass die Industrie die Dinge mittlerweile wohl ähnlich sieht und versucht entsprechend zu reagieren. Schließlich schien noch bis vor kurzem nur die bedingungslose Pirateriebekämpfung das einzige Allheilmittel zu sein.

Die kommerzielle Vermarktung von Musik steht vor einem gewaltigen Umbruch. Ob deswegen aber auch das baldige Ende der Musikindustrie bevorsteht, wie einige es immer wieder propagieren, wage ich zu bezweifeln. Meiner Meinung nach wird auch in Zukunft weiterhin ein Bedürfniss für eine professionelle Vorauswahl bestehen, die aus dem riesigen Angebot die Künstler herausfiltert, die etwas besonderes zu bieten haben. Um diesen Musikern die Möglichkeit einer Vermarktung über die Grenzen des Internet hinaus zu bieten, bedarf es einer gewissen wirtschaftlichen Stärke, die sich wiederum nur aus professionellen Geschäftsmodellen ergeben kann. Ob die jetzigen Majors diese Funktion erfüllen werden oder ob andere die digitale Vermarktung von Musik besser ausfüllen werden und an ihre Stelle treten, steht auf einem ganz anderen Blatt.  Wer derartig vermarktete Musik - aus welchen Gründen auch immer - nicht  hören will, wird es aber in Zukunft immer einfacher haben, im Internet genügend nicht-kommerzielle Alternativen finden.

Kommerzielle Musikdownloads oder kostenlose Verteilung?

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Eigentlich ist Musik ja Sholly’s Bereich, aber da es hier um die wirtschafltichen Aspekte von Musik geht, wollte ich auch mal meinen Senf dazu abgeben. Insbesondere weil sich auch neue Projekte von MAGIX mit der hier angesprochenen Thematik befassen.

Heute gab es gleich zwei Meldungen, die die Musikindustrie brennend interessieren dürften:

Die erste Meldung stammt von der GfK Media Control und besagt, dass die Zahl der kommerziellen Downloads um 37% gestiegen ist.

Der Siegeszug des digitalen Musikvertriebs hält also weiter an und ist offenbar immer mehr in der Lage sich als ernst zu nehmende Alternative zu den illegalen Tauschbörsen zu etablieren. Aber wie bringt man die Nutzer überhaupt dazu, Musik im Internet zu kaufen, wenn sie die gleichen Stücke auch umsonst aus dem Internet herunter laden können?

In der Theorie ist die Lösung dieser Frage äußerst simpel: Wenn das Produkt jeweils identisch ist, kann nur die mit dem Kauf verbundene Dienstleistung ausschlaggebend sein. Nur wenn sie dem Kunden so viel wert ist, dass er bereit ist, den geforderten Betrag zu bezahlen anstatt illegale P2P-Netzwerke zu durchforsten, kann der kommerzielle Musikvertrieb über das Internet funktionieren.

In der Praxis wird dieses Problem meiner Meinung nach von zwei wesentlichen Faktoren bestimmt:

Zunächst einmal muss die Kaufvariante dem Kunden den Weg zum gewünschten Stück so bequem wie möglich machen. Das erfordert einen umfangreichen Backkatalog und eine gute Erreichbarkeit, um Impulskäufe zu jeder Gelegenheit tätigen zu können. Hier haben die Vertriebe von digitaler Musik in den letzten Jahren viel Boden gut gemacht, was sicherlich auch an der Schließung zahlreicher Tauschbörsen liegt.

Gefördert wird die Bereitschaft, für legal erworbene Musik Geld zu bezahlen, aber auch durch ein positives Kauferlebnis.

Vielleicht erinnert sich ja der ein oder andere noch daran, wie es ist, eine CD oder gar eine Schallplatte im Laden zu kaufen? Ein Großteil der Kunden sucht nicht immer unbedingt gezielt nach einem bestimmten Tonträger. Vielmehr werden diese oft erst beim Stöbern durch das Repertoire entdeckt. Ob ich aber als Kunde in einem Geschäft gerne nach Musik suche, hängt von Faktoren wie einer angenehmen Atmosphäre, vorhandenen Vorhörmöglichkeiten, den Fachkenntnissen des Personals oder der Sortierung der Tonträger ab. Stimmt hier das Gesamtbild, finde ich in dem Geschäft also Spaß daran, Zeit mit dem Suchen nach Musik zu verbringen, ist die Chance auch groß, dass ich erneut dort kaufen werde.

Gleiches gilt für die Online-Musikshops. Auch sie müssen dem Kunden ein Kauferlebnis bieten, dass ihn dazu bringt, nicht nur Impulskäufe zu tätigen, sondern länger auf dem Portal zu verweilen. Soziale Netzwerke, in denen man sich mit anderen Musikliebhabern über Bands oder Playlists austauschen kann, können hier sicherlich hilfreich sein. Eine effektive Suche kombiniert mit schlüssigen Anregungen für neue Käufe dürfte ein weiterer Schlüssel zum Erfolg sein.

Was das Kauferlebnis angeht, leistet Apple mit Itunes als derzeit erfolgreichstem Musikshop wie so oft Pionierarbeit. Dennoch sehe ich diesbezüglich insgesamt noch sehr viel Entwicklungspotential.

Goldene Zeiten also für den kommerziellen Musikvertrieb? Sollte man meinen, wäre da nicht die zweite Meldung, die sich ebenfalls auf den legalen Erwerb von Musik über das Internet bezieht.

Die britische Band Radiohead vertreibt seid gestern ihr neuestes Album kostenlos über das Internet. Die Nutzer werden durch keinen Kopierschutz beschränkt und können zudem selbst entscheiden, ob und wie viel sie für die insgesamt 10 Stücke bezahlen wollen. Laut einer Umfrage des Newsletters Record of the day haben gut zwei Drittel der Fans für das herunter geladene Album bezahlt. Der durchschnittliche Kaufpreis habe bei 4 GBP gelegen. Sollte sich dieser Trend bestätigen, dürfte das Experiment wohl als geglückt anzusehen sein, denn der Erlös pro verkauftem Album übertrifft die in der Musikindustrie übliche Beteiligung einer Band bei weitem. Künstler wie Jamiroquai und Oasis haben bereits ähnliche Projekte angekündigt.

Diese Meldung macht eines ganz deutlich: Selbst wenn sich das von Radiohead genutzte Prinzip der freiwilligen Spende nicht durchsetzt, können Künstler ihre Musik heute einfach und bequem selbst vermarkten und dabei praktisch die ganze Welt erreichen. Für den Erfolg eines Künstlers ist also nicht mehr zwingend die Unterstützung eines Plattenlabels notwendig. Vielmehr kann der Musiker über die viralen Effekte des Internets ein Millionenpublikum selbst direkt ansprechen.

Auch für den Direktvertrieb wird es daher aber enorm wichtig sein, dass die Nutzer innovative Möglichkeiten zum Finden von neuer Musik zur Verfügung haben. Wie sonst sollen sie auf noch unbekannte Künstler aufmerksam werden?

Und hier kommt MAGIX mit ins Spiel. Wie Eingangs schon erwähnt, beschäftige ich mich nicht nur rein interessehalber mit den Entwicklungen des Online-Musikvertriebs. Mit der vom Fraunhofer IDMT entwickelten AudioID-Technologie will MAGIX in den kommenden Jahren den Genuss von Musik über das Internet wesentlich verbessern. AudioID vereinfacht das Identifizieren von Musik und ermöglicht automatisierte Ähnlichkeitsempfehlungen, die allein aus den musikalischen Parametern eines Referenzstücks errechnet werden. Sholly wird hier zu diesem echt spannenden Thema sicherlich noch des Öfteren Stellung nehmen.

Das Ministerium bejubelt Zune 2

Freitag, 5. Oktober 2007

Hoppla - Microsofts neuer MP3-Player und iPod-Killer Zune in der Zweitauflage schon im öffentlichen Bereich? Keine Angst, erstmal hat Ministerpräsident Bill Gates das Ding mit seinem Ressortchef J. Allard vorgestellt. Und die ersten Lobpreisungen sind auch schon da, u.a. von Matt Rosoff (Marktforschungsfirma "Directions on Microsoft") welcher der US-Tageszeitung Seattle Post-Intelligencer verriet: "Das ist ein tolles Gerät - für das Jahr 2006." Soviel Häme positiv verpackt? Einen iPod Touch in der Hand zu halten und einem schier übermächtigen Marktteilnehmer ständig vollmundig hinterherzurennen ist kein Zuckerschlecken. Aber ich vermisse seit Jahren, das es endlich mal einer richtig macht und einen Player herausbringt, der eine echte Alternative bietet, und das kann gar nicht so schwer sein:

- stabiles, langlebiges Gerät inklusive einfachem Auswechseln von Akkus

- Standardschnittstellen zum Überall-Aufladen und für den Anschluss an heimische Stereoanlagen

- Super-Klang und einen perfekten Kopfhörer inklusive, das "hineinpopeln" von Ohr-Hörern ist furchtbar, wir reden hier immerhin über Musikgenuss

- simples betanken der Player mit allen Formaten inkl. FLAC oder AAC lossless mit Standardtools unter allen Betriebssystemen

- WLAN/WIFI/Blutooth aber ohne verschlüsseln von Files die später unbrauchbar werden, oder wo ich gezwungen werde bestimmte Musicshops zu nutzen oder überteuerten Kaffee konsumieren muss

- FM-Radio und Mikrophon-Aufnahme in wirklich guter Qualität

- komfortable Möglichkeiten um volle Kameraspeicherkarten o.ä. zwischenzuspeichern

UND ENDLICH einen Knopf, mit dem ich sofort zum laufenden oder ausgewählten Titel eine musikalisch passende komplette Playliste für die nächste(n) Stunden(n) erzeugen kann, denn anders wird doch keiner mehr den Gigabytes an MP3s Herr oder?

>>> mehr    >>> Musik Blok 02 als Nonstopmix                

Ich verlange ja gar nicht, das Apple aus der Schmollecke herauskommt und morgen uns ein offenes System vorstellt, die sollen ihren proprietären Kram machen. Aber wann nutzt jemand konsequent die Chancen die diese Beschränkungen bieten, inklusive sinnvoller Funktionen die auf der hand liegen und gepaart mit einem ansprechenden Design und guter Benutzerführung? Von den jährlich 30-40 MP3 Playern die über unsere Tische für Testzwecke laufen, kralle ich mir persönlich immer wieder den einen oder anderen vielversprechenden Kandidaten um diesen tagelang zu testen. Am Ende nutze ich dann wieder mein Handy zum Musikhören - aber nur damit ich nicht zwei unvollkommene Geräte mit mir herumschleppen muss und weil das Handy immer am Mann ist. Ich hatte vor Jahren viel Geld für die erste 20 GB Creative Jukebox ausgegeben, deren Sound & Aufnahmefunktion heute noch zu Spitzenplätzen führen würde. Die gehört schon länger zum alten Eisen und irgendwie will sonst keiner mehr dieses Budget. Und wenn ich eine Alternative gefunden hätte, ich würde das herausschreien. Allein diese Verbreitung würde einem potentiellen Marktteilnehmer ca. 1,5 % bringen ...


Naja, Ministerpräsident Bill hielt Hof, anschließend hat er und sein Ministerium bestimmt gefeiert. Ich habe mir überlegt was sie wohl auf der Aftershowparty an Musik gehört haben. Bei diesen Überlegungen fiel mein Blick auf meine MOS-Sammlung (Ministry of Sound) mit den kompletten "Annuals" und nach der Auswahl von "Let rain down love" von 2006 (Zune 1.0) ergab ein Klick auf den Knopf "Finde ähnliche Titel" folgende Playliste für den Musik Blok 02:


"Let it rain down love / Freemasons"
- das dürfte wohl Steve Balmer, Bill Gates & Co. auch als ersten Track gehört haben: "Lass´ genug Liebe auf dieses Gadget regnen!"

"Head over heels / Blue Lipstick" - die Beschwörungsformeln für das Salesteam: "maybe together .... I know this is a miracle .... believe in our self" und dann kopfüber uns Verklaufs- & Marketing-Gewimmel.

"Superfreak / BeatFreakz" - klar wird es Freaks geben die das Teil lieben werden, es gibt genug die Apfel-Hasser.

"Make a move / Joey Negro" - ja, wenn es diesen "Move forward" nicht gibt, dann war es der letzte Zune und wird Europa nie erreichen, also "come on make a move on me"

"Once in a lifetime / Groove Cats" - einmal im Leben gibt es vielleicht eine Nische ohne Windows und Co.? Die Welt der MP3 Player?

"Ay no Corrida / Uniting Nations" - tanzen, tanzen, tanzen, es wird schon nicht so schlimm Bill, auch mit nur drei Elementen wie Erde, Wind & Feuer lässt sich genug erobern, das Wasser hat jemanmd anders...

"Clothes off / Digital Dog" - Steigerung: ausziehen, Party, die ganze Nacht!

"Money talks / MInd Electric" - "...dirty cash I want you...", klar geht es um unser Geld was anderer Geld mehren soll, doch dafür verlangen wir mehr als nur eine Party oder? Ein geniales Gerät bitte!

"Boogie 2nite / Booty luv boogie" - "I found a place where we can boogie all night....", ich glaube die Batterien vom Zune reichen für 12 Stunden Musik, wenn man keine Videos schaut.

"Every little time / Onyz" - "...sometimes I wonder, seems I´m all alone...", die Katerstimmung nach dem Tanzen, allein mit nur 1 Millionen verkaufter Zune 2.0 in einem Jahr?

(Anmerkung: nachdem die letzte Auswahl eher "alte Herren" war, bewegen wir uns hier in eine andere Liga, und das wird nicht die letzte musikalische Kehrtwendung gewesen sein - versprochen :-))

 

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