Laptops bald überflüssig? Etwa jeder 2. kauft dieses Jahr ein Mobiltelefon

Dienstag, 23. Oktober 2007

Nach Schätzungen des BitKom werden bis Ende 2007 in Deutschland wahrscheinlich 36,5 Mio. Mobiltelefone verkauft.

Eine enorme Zahl. Bei einer Bevölkerung von etwa 80 Mio. hat damit theoretisch etwa jeder zweite allein in diesem Jahr ein neues Gerät erworben. Erklären lässt sich dies wohl nur durch die Zunahme des Funktionsumfangs und damit des Anwendungsbereichs für Mobiltelefone. Nicht umsonst nennt Nokia einige seiner Geräte mittlerweile Multimediacomputer. 26,4% der Deutschen versenden über ihr Mobiltelefon mittlerweile auch Fotos, 12,2% hören darüber Musik und 36% interessieren sich für das mobile Internet.

Dazu passt eine Aussage von Phil McKinney, Technikchef der PC-Sparte von Hewlett-Packard, bei Welt Online wonach Laptops bald überflüssig würden. Denn wenn die kleinen mobilen Endgeräte immer mehr Funktionen in sich vereinen, wird für einen Großteil der Bevölkerung unter Umständen gar kein Bedarf mehr für weitere Hardware bestehen. McKinney bezieht sich dabei sehr auf die Arbeitswelt. Für den privaten Gebrauch gilt das aber genauso:

Hinsichtlich der mobilen Musicplayer ist der Speicherplatz bei vielen Mobiltelefonen jetzt schon ausreichend. In Zukunft werden die Kapazitäten weiter zunehmen und die Klangqualität wird sich (hoffentlich) verbessern.

Die Foto-/Videokameras besitzen jetzt schon zu einem Großteil 3 Megapixel und mehr. Auch hier wird sich die Bildqualität sicher in Zukunft weiter verbessern. Der Fokus sollte hier meiner Meinung nach allerdings auf Funktionen wie optischer Zoom, Blitzlicht und Verwacklungsschutz gelegt werden.

Die Bildschirmgröße hat bei einigen Geräten bereits ebenfalls ein Niveau erreicht, das für den Genuss von Videos oder Filmen unterwegs vollkommen ausreichend ist.

Ein richtiger Schub für die – dann wirklich – Multimediacomputer im Taschenformat
wird aber mit der Durchsetzung des mobilen Internet kommen. Zusammen mit SaaS-Lösungen wie einem Online Desktop werden Nutzer dann Zugriff auf ihre kompletten persönlichen Mails, Medien und Textdokumente haben. Selbstverständlich können diese dann auch online bearbeitet, abgespeichert, getauscht oder versandt werden. Wozu also noch einen 1 - 2 Kilo schweres Gerät mit sich herumtragen, dass dazu auch noch sehr stoßempfindlich ist?

Nur hinsichtlich der Tastatur existiert meiner Meinung nach noch keine perfekte Lösung. Touchscreens wie bei dem ein oder anderen Hype-Phone sind meiner Meinung nach für die intensive Nutzung im Internet jedenfalls ungeeignet.

Software as a service: Das Ende von Microsoft Windows und Co.? Teil 2

Dienstag, 9. Oktober 2007

Gestern hatte ich mich ja schon zur Zukunft von Betriebssystemen à la Microsoft & Co. ausgelassen. Für die stationären Systeme wird es danach in Zukunft starken Gegenwind durch die so genannten „Software as a Service“(Saas)-Lösungen geben.

Aber wie sieht es mit einem Standard für „SaaS“ oder das Web 3.0 aus? Werden Google, Adobe, Microsoft oder sonst ein Unternehmen im Internet eine Art Betriebssystem etablieren können, das die Nutzer für Jahrzehnte auf einen Anbieter oder eine Programmiersprache festlegt, so wie es Microsoft mit MS Windows praktisch gelungen ist?

Meiner Meinung nach wird ein solcher Standard über einen längeren Zeitraum nicht mehr haltbar sein. Dafür ist das Internet viel zu sehr in Bewegung.

Alle derzeit wichtigen Anwendungen, die früher nur von einem Konzern wie Microsoft entwickelt werden konnten, sind bereits zur „Commodity“, also zu einem softwaretechnischen Massenartikel geworden, so dass die Programmierung von entsprechend vielen Anbietern beherrscht wird. Die dazugehörigen Dateiformate, die sich dank Microsoft zu einem Standard entwickelt haben, werden ebenfalls von Open Source Projekten wie bspw. OpenOffice.org genutzt.

Wenn aber alle die gleichen Dateiformate nutzen können, ist es für den Nutzer letztlich egal, mit welcher Anwendung er die Dateien erzeugt.

Daneben wird der technologische Fortschritt auch vor den Programmiersprachen nicht halt machen. Ist Flash derzeit der am weitesten verbreitete Standard für das dynamische Internet, kann schon im nächsten Jahr eine andere Technologie vollkommen neue Maßstäbe setzen.

Und schließlich ist zu berücksichtigen, dass die Nutzung des Internet unabhängig vom jeweiligen Endgerät ist. Anders als bei der stationären Nutzung von Software spielt es bei Anwendungen im Web keine Rolle, ob man auf einem Laptop, PC, Mobiltelefon oder sonstigen Gerät arbeitet. Somit ist auch das Bundling mit bestimmter Hardware – eine Praxis die die Verbreitung von MS Windows extrem gefördert hat – nicht mehr zielführend.

Damit wird es für den Nutzer in Zukunft in Bezug auf SaaS wesentlich leichter den Anbieter zu wechseln. Und was das bedeutet, haben schon Projekte wie Napster oder Unternehmen wie Yahoo oder Altavista schmerzlich erfahren müssen. Da ist der Strom der Massen unerbittlich, frei nach dem Motto: „Die Karawane zieht weiter...“.

Meiner Meinung nach werden sich Standards, die die Kunden exklusiv an einen Anbieter binden, in Zukunft nur noch für einen kurzen Zeitraum oder für ganz spezielle Anwendungen etablieren. Dies bedeutet aber auch, dass die Unternehmen derartige Standards nicht mehr im gleichen Maße kommerzialisieren können, wie das Microsoft mit Windows möglich war. Stattdessen werden das Maß an Kundenfreundlichkeit und der Spaßfaktor bei der Nutzung der Dienste darüber entscheiden, ob ein Anwender den Anbieter wechselt oder nicht.

Es wird also darauf ankommen, dass die Unternehmen flexibel reagieren und sich noch wesentlich stärker als heute auf die Bedürfnisse der Kunden einstellen. Hier sehe ich die oft etwas schwerfälligeren Mega-Konzerne wie Microsoft, Google oder Adobe nicht unbedingt im Vorteil.

Software as a service: Das Ende von Microsoft Windows und Co.? Teil 1

Montag, 8. Oktober 2007

Hi,

jetzt bin ich also an der Reihe mich vorzustellen: Mein Name ist Philipp Päuser, ich bin 32 Jahre alt und jetzt seit ca. 3 ½ Jahren bei MAGIX. Nach dem Börsengang des Unternehmens im April letzten Jahres habe ich den Bereich der Finanzkommunikation übernommen. Meine Aufgabe ist es also, Aktionäre und Journalisten mit Informationen über unser Unternehmen zu versorgen. Davor war ich zwei Jahre als Justiziar bei MAGIX angestellt und neben meiner jetzigen Tätigkeit dort bin ich auch heute noch als selbständiger Rechtsanwalt tätig. Aber keine Sorge, ich möchte an dieser Stelle nicht als Paragraphenreiter auftreten oder mit drögem Zahlenwerk um mich werfen. Vielmehr soll es darum gehen, die wirtschaftlichen und rechtlichen Hintergründe meiner Arbeit einzubinden, wenn ich die Entwicklungen im Bereich Software und Multimedia kommentiere.



Und damit will ich dann auch gleich mal loslegen:

Software as a service: Das Ende von Microsoft Windows und Co.? Teil 1


Im Handelsblatt habe ich einen interessanten Beitrag mit dem Titel „Newcomer legen sich mit Microsoft an“ gelesen. Er dreht sich um den Einstieg von Microsoft-Konkurrenten in den Markt für Textverarbeitung. Dabei kommen immer mehr so genannte „software as a service“-Lösungen (Saas) zum Zuge. Hierbei handelt es sich um internetbasierte Anwendungen, die über jeden Internetbrowser verwendet werden können, ohne das dafür eine zusätzliche Software installiert werden müsste.

Es verwundert daher kaum, dass es sich bei den genannten Konkurrenten unter anderem um Adobe und Google handelt. Adobe hat im Internet den pdf-Standard durchgesetzt hat und ist außerdem Inhaber der „Flash“-Technologie, dem Quasi-Standard für das dynamische Internet. Google macht durch immer neue, spektakuläre Unternehmenskäufe als mittlerweile wohl größter Internetkonzern der Welt von sich reden.

Wie der Autor Axel Postinett richtig feststellt, der übrigens auch einen interessanten Blog beim Handelsblatt betreibt, geht es bei den Bemühungen dieser Unternehmen allerdings nicht vornehmlich darum, die xte Variante einer Textverarbeitung auf den Markt zu bringen. Statt dessen sollen hier die Reviere abgesteckt werden, um über die viel zitierte kritische Masse von Nutzern einen neuen Standard für Saas-Lösungen zu etablieren. Der Autor nennt dies den Standard für die „Software des Web 3.0“.

In einer Welt in der alle wichtigen Software-Anwendungen über das Internet durchgeführt werden können, ist ein stationäres Betriebssystem wie Microsoft Windows für den Otto Normalverbraucher praktisch überflüssig. Alles was man benötigt, ist ein internetfähiges Endgerät. Auch wenn das für einige noch wie ferne Zukunftsmusik klingen mag, ist es eigentlich schon Realität. So bietet MAGIX neben anderen mit myGOYA bereits heute einen kostenlosen Online-Desktop an, der praktisch alle wichtigen Office- und Multimedia-Anwendungen ausschließlich über das Internet nutzbar macht. Lediglich die Geschwindigkeit der Internetverbindung führt derartige Systeme heute noch an ihre Grenzen.

Könnte diese Entwicklung also das Ende der Vorherrschaft von Microsoft bedeuten?

Erschien dieser Gedanke vor zwei bis drei Jahren noch absurd, lassen die technischen Entwicklungen heute solche Schlussfolgerungen durchaus plausibel erscheinen. Auch ohne die Veränderungen im Bereich der Web-basierten Anwendungen stehen heute hervorragende Alternativen zu Microsoft-Produkten zur Verfügung. So nutzt MAGIX bspw. firmenintern bereits seit einiger Zeit die Software der deutschen OpenOffice.org für sämtliche der so genannten Office-Anwendungen und lizenziert nur noch punktuell das Microsoft-Paket. Das zeigt, dass bereits jetzt unentgeltliche und vor allem für den Geschäftsalltag taugliche Alternativen zu MS Office existieren.

Zumindest wird in absehbarer Zeit mit dem Verkauf von Office-Anwendungen und Betriebssystemen allein kein Großkonzern mehr zu finanzieren sein. Das weiß auch Microsoft und startet deswegen Projekte wie Silverlight, Zune oder die Xbox. Es bleibt abzuwarten, wie gut es Microsoft gelingen wird, sich in diesen für das Unternehmen eigentlich fremden Geschäftsfeldern zu behaupten und sich an die veränderten Bedingungen anzupassen.

Das iPhone doch nicht so toll ?

Montag, 1. Oktober 2007

Auch das beste und stärkste Image macht aus einer keinen Ente einen Schwan. Das sieht man momentan an der Diskussion um das so hoch gehypte iPhone.

Auch Apple macht Fehler, umso dichter man Marketing-technisch am Grad der Perfektion entlang schlendert, umso stärker fallen Fehler auf und umso härter werden sie bestraft. Zunächst die etwas verspätetete und nicht wirklich befriedigende Rückvergütung der geprellten Early Adopters des iPhones und ist das schützende Schild eines Markenimages und Hypes ersteinmal beschädigt, werden viele neue Schwachstellen sichtbar. So kommen jetzt die ersten "Marketingexperten" die über die Produktpolitik des iPhones herziehen ( Wieso keine zeitgleiche weltweite Vermarktung ? ).

Und nun auch noch das: Apple riegelt das iPhone gegen Entwicklungen von "außen" ab. Keine Software unabhängiger Programmierer mehr! Apple Fans in den USA sind enttäuscht und bringen ihren Ärger in unzählen Blogs und Grafiken (s.unten) zum Ausdruck.

Apple hat anscheinend abgewogen: "Lassen wir das iPhone für Entwicklung Unabhängiger offen, erhalten wir die postivie Stimmung bei den iPhone Fans und liefern die Grundstein für eine große Community rund um das iPhone oder wir sperren die Möglichkeit zu Entwicklung von Außen und verdienen Geld damit, dass wir Firmen die Möglichkeit geben Ihre Funktionaliäten auf dem iPhone einzubinden, so erhalten wir auch neue bewerbbare Firmware-Innovationen und lassen uns nicht die Butter von irgendwelchen "Hackern" vom Brot nehmen." Sie scheinen sich für ersteres letzteres entschieden zu haben. Zu Schade ! T-Mobile wird sich freuen ;-)

(via Werbeblogger)

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