Die Musikindustrie diskutiert ihre eigene Zukunft - digital music forum west, LA

Dienstag, 16. Oktober 2007

Nachdem ich ja schon bereits in der vergangenen Woche darüber berichtet hatte, wie die Veröffentlichung des neuen Radiohead Albums im Internet alte Strukturen der Musikbranche auf den Kopf stellt, hatte ich heute morgen die Gelegenheit mit unserem Vorstandsvorsitzenden, Jürgen Jaron, über einen Kongress zu sprechen, den er Anfang Oktober in Los Angeles besucht hat.

Auf dem digital music forum west diskutierte die Musikindustrie (bspw. Sony BMG Music, Universal Music, Epic Music) mit verschiedenen Vertretern musiknaher Branchen (bspw. MySpace, Microsoft/Zune, Apple/iTunes, Amazon.com, Motorola, Pandora, iLike, Yahoo!, ZING, AOL, eMusic, imeem, SNOCAP, RealNetworks) über die Zukunft der kommerziellen Musikvermarktung.

Da ich nicht selber anwesend war und auch nicht alle Statements von Jürgen eins zu eins wieder geben kann, werde ich wichtige Aussagen zusammenfassen und nur bei bestimmten Aussagen auf die einzelnen Personen verweisen. Ich bitte aber zu beachten, dass es sich auch dabei nur um sinngemäße Zusammenfassungen handeln kann.

Eingangs des Kongresses wurde zunächst festgestellt, dass der digitale Musikvertrieb wächst. Man sei sich einig darüber, dass er die Zukunft der kommerziellen Musik sei. Derzeit seien die Umsätze im Vertrieb über das Internet aber bei weitem noch nicht in der Lage, die Umsatzrückgänge beim herkömmlichen CD-Verkauf zu kompensieren. Insgesamt sieht sich die Musikindustrie also auch weiterhin mit rückläufigen Umsätzen konfrontiert. Insoweit also erst mal nichts neues.

Bei der Podiumsdiskussion "top digital media trends" wurde dann aber eine erstaunlich deutliche Einschätzung abgegeben. So sagte David Goldberg von Benchmark Capital, dass man sich ein für alle Mal für von den klassischen Modellen des Musikvertriebs verabschieden müsse. In Zeiten von P2P-Netzwerken und Festplattensharing könne der althergebrachte Vertrieb von CDs in absehbarer Zeit nicht mehr funktionieren. Im übrigen werde insbesondere auch das DRM-Format keine Zukunft mehr haben. Die Erfahrungen zeigten einfach, dass diese vom Kunden nicht angenommen würden. In das gleiche Horn stieß auch Scott A. Reilly. Er berichtete über den neuen Amazon-Musikshop, der ausschließlich DRM-freie Musik vertreibt. Seiner Meinung nach könne nur zählen, was der Kunde will und das seien eben DRM-freie MP3s. Alle Diskussionsteilnehmer, waren sich insoweit einig, dass selbst die Major Labels, die derzeit noch an DRM festhalten, diese Haltung schon sehr bald aufgeben würden.

Weiterhin bestand weitestgehend Einigkeit darüber, dass Musik alleine in Zukunft nicht mehr dazu reichen würde, nennenswerte Umsätze zu generieren. Dies brachte bei einigen Teilnehmern die Frage auf, inwiefern die Musikindustrie in ihrer jetzigen Form überhaupt noch eine Daseinsberechtigung habe.

Die Antwort hierauf versuchte Thomas Hesse von Sony/BMG in seiner Keynote zu geben. Er führte aus, dass beim digitalen Vertrieb über ein effizientes CRM in Zukunft wesentlich stärker auf die einzelnen Bedürfnisse der Kunden eingegangen werden könnte.  Es müssten Pakete geschnürt werden, bei denen Musik bspw. mit Ringtones, Wallpapers oder Konzerttickets kombiniert wird. Hier stehe man erst am Anfang und es gebe noch viele neue Vermarkungsmöglichkeiten zu entdecken.  Um die Vielzahl der verschiedenen Businessmodelle zu erarbeiten und zu wissen, was man welchen Kunden wann und wie anbieten könne, werde ein professioneller Vermarktungsapparat benötigt. Zu diesem werde sich die Musikindustrie entwickeln, auch wenn dieser Prozess erst noch erlernt werden müsse.

Viele der hier geschilderten Standpunkte sind sicherlich aus einschlägigen Foren und Blogs bekannt. Ich finde es nur interessant, dass die Industrie die Dinge mittlerweile wohl ähnlich sieht und versucht entsprechend zu reagieren. Schließlich schien noch bis vor kurzem nur die bedingungslose Pirateriebekämpfung das einzige Allheilmittel zu sein.

Die kommerzielle Vermarktung von Musik steht vor einem gewaltigen Umbruch. Ob deswegen aber auch das baldige Ende der Musikindustrie bevorsteht, wie einige es immer wieder propagieren, wage ich zu bezweifeln. Meiner Meinung nach wird auch in Zukunft weiterhin ein Bedürfniss für eine professionelle Vorauswahl bestehen, die aus dem riesigen Angebot die Künstler herausfiltert, die etwas besonderes zu bieten haben. Um diesen Musikern die Möglichkeit einer Vermarktung über die Grenzen des Internet hinaus zu bieten, bedarf es einer gewissen wirtschaftlichen Stärke, die sich wiederum nur aus professionellen Geschäftsmodellen ergeben kann. Ob die jetzigen Majors diese Funktion erfüllen werden oder ob andere die digitale Vermarktung von Musik besser ausfüllen werden und an ihre Stelle treten, steht auf einem ganz anderen Blatt.  Wer derartig vermarktete Musik - aus welchen Gründen auch immer - nicht  hören will, wird es aber in Zukunft immer einfacher haben, im Internet genügend nicht-kommerzielle Alternativen finden.

4.Spieltag in der Medienliga - FC MAGIX vs. BITKOM

Dienstag, 16. Oktober 2007

Alles was an diesem gestrigen Abend schön war, war wohl das Wetter und die erste Halbzeit.

Gestern spielten wir gegen BITKOM. Teile der ersten Halbzeit musste ohne "professionellen" Schiri geführt werden. Ein netter Herr sprang für den eigentlichen, parkplatzsuchenden, Schiri ein und machte einen, wie ich finde, guten Job. Auch wir taten dies und spielten in den Anfangsminuten guten Fussball. Es schien so, als ob wir dort anfangen würden wo wir letzten Spieltag aufgehört hatten. Wobei man sagen muss, dass Dennis  durch eine Verletzung (Starke Prellung + Knochenabsplitterung ), durch ein gegnerisches Foul (Danke für nichts UFA !) im letztes Spiel zuzog, nicht von der Partie war und wir so die Mannschaft etwas umstellen mussten.

Wie dem auch sei, in der 20min. nutzte Daniel seine Chance und brachte per Volley-Fallschuss den Ball hinter die Linie. Alles lief gut 1:0 für MAGIX. Noch ein paar Mal musste Olaf dennoch im Kasten für uns aushelfen und rettete das 1:0 in die Halbzeit.

Dann fing das Unheil an. Der Schiri, der nun mittlerweile Herr eines eigenen Parkplatz war, pfiff zur 2ten Halbzeit. Leider pfiff er anscheinend zu leise, so dass er uns nicht aus dem Pausen-Schlaf weckte. Der erste Angriff, der BITKOMer, müsste von Weiten wie ein Fahnenstangenlauf ausgesehen haben. Wir bewegten uns, bis auf unsere Augen, nicht von der Stelle und sahen zu, wie schon in der 1.Minute der 2.Halbzeit das 1:1 fiel.  Wir bäumten uns ein wenig auf und hatten unsere Chancen,die vom gegnerischen Torwart aber wie von Geisterhand abgewehrt werden konnte. Ab Mitte der zweiten Halbzeit merkte man uns schon wieder ein wenig den kleine und kraftlose Lunge an. Wir wurden unkonzentriert und das vor allem in der Bewegung nach hinten. Wir liefen in unzählige Konter, von denen leider nur 98%, von dem an diesem Abend glänzenden Torwart Olaf, entschärft werden konnten. Ja so kam es, dass in der 50min das 1:2 für BITKOM hingenommen werden musste . Ärgerlich ! Sehr Ärgerlich. Ich hoffe Montag in 2 Wochen steht endlich mal das Glück auf unsere Seite!

Ich möchte mich an dieser Stelle  noch bei einigen anderen Mannschaften bedanken, die immer verdutzt gucken, wenn wir Ihnen erzählen, dass wir gerade verloren haben. ( "IHR ? Verloren? Ihr seit doch eigentlich voll gut !?!) Danke für euer Vertrauen ! :-D

Filmen konnte ich leider diesmal wieder nicht, da ich schlecht mit der Kamera auf den Platz rennen konnte ;-) Aber es gab gestern auch nichts zu sehen....

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