Im Bus mit Käpt'n Blaubär
Manchmal geschieht es - vielleicht gerade in einer Stadt wie Berlin -, dass einem an ganz unvermuteten Stellen plötzlich große Berühmtheiten über die Füße stolpern...
Gestern abend, Berlin Zoologischer Garten, Bahnhofsvorplatz. An der Haltestelle der Buslinie 100, einer DER touristischsten Linien der Stadt, drängt sich eine wild schnatternde Reisegruppe ausländischer (grob: asiatischer) Herkunft. Verstehen kann ich ihr Wortgemenge nicht. Außerdem fallen mir noch ein paar Amerikanische Gäste auf, die versuchen, dem Busfahrplan einen für sie verständlichen Sinn zu geben.
So fällt er niemandem sofort auf, der prominente Fahrgast, der sich mitten unter den Wartenden befindet.
"Ick kenn se doch, Sie sind Schauspieler!"
Völz' Antwort: "Nein, ich bin nur einer, der an Bushaltestellen immer für einen Schauspieler gehalten wird."
Das gesprochene Wort der unverkennbaren Stimme bringt den Bordsteinphilosophen auf die richtige Spur:
Na, die Stimme ... Mensch, woher kenn ick denn die Stimme!? Se sind doch der ... der ..."
Völz blickt mit leicht fragender Miene um sich...
"KÄPT'N BLAUBÄR, der sind se doch!" ruft der Society-Experte.
Völz nickt und erwidert, nicht ganz so laut und wie sein Gegenüber: "Ja, genau, der bin ich. Aber das muss ich ja nicht jedem auf die Nase binden, näch?" Ein hoffender Blick Richtung Wartezeit-Anzeiger verrät, was Völz als treuer BVG-Kunde hätte ahnen können: der Bus hat Verspätung.
"JA NEE, muss Ihnen ja nischt unanjenehm sein! Ick meen, wat hat die Sendung einjebracht? 'Nen schönen Mantel hamm se ja, der war bestimmt nicht billig!"
Ich höre, wie sich zwei Amerikaner hinter mir wundern, was der laute Mann da vorn auf der Straße wohl von dem netten Herrn will? Wenn die wüssten, dass da vorn die deutsche Stimme von Mel Brooks und Walter Matthau steht...
Nach ein paar weiteren unverfrorenen Fragen des energischen Fans kommt dann aber schließlich doch der Bus, dessen Ankunft Herrn Völz schiere Erleichterung in die Mimik zaubert. Auf die abschließende Frage des Freizeitreporters, ob er denn auch mal "den Hein Blöd machen" könne, bekommt er keine wirkliche Antwort mehr.


